Milliardendeal Chinesen kaufen Netzers Sportrechtefirma

Die Schweizer Firma Infront ist eine Größe in der Fußballwelt. Sie vermarktet die Fernsehrechte von Fifa und DFB, im Management sitzen Günter Netzer und der Neffe von Sepp Blatter. Nun wird Infront von einem chinesischen Konzern geschluckt.

Wanda-Chef Wang Jianlin (l.) mit Infront-Chef Blatter: Gute Geschäfte
DPA

Wanda-Chef Wang Jianlin (l.) mit Infront-Chef Blatter: Gute Geschäfte


Peking/München - Einer der größten Sportrechtehändler der Welt ist künftig in chinesischer Hand. Für den Kaufpreis von 1,05 Milliarden Euro übernimmt die Dalian-Wanda-Gruppe die Schweizer Firma Infront, die unter anderem die Fußball-WM vermarktet. Das teilten beide Unternehmen am Dienstag mit.

Wanda erhält durch den Deal 68,2 Prozent der Anteile an Infront. Den Rest übernehmen drei weitere Investoren. Verkäufer ist der europäische Finanzinvestor Bridgepoint, der Infront vor mehr als drei Jahren für 550 Millionen Euro gekauft hatte.

Infront ist eine Größe in der Fußballwelt. Das im Schweizer Steuerparadies Zug ansässige Unternehmen vermarktet unter anderem Fernsehrechte des Fußballweltverbands Fifa, der Fußballverbände von Deutschland und Italien, der Klubs Werder Bremen, 1. FC Köln sowie AC Mailand und Inter Mailand. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Infront einen Umsatz von 800 Millionen Euro.

Chef von Infront ist Philippe Blatter, ein Neffe des umstrittenen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Zum Top-Management gehört außerdem der Sport-Kommentator und frühere Fußballprofi Günter Netzer.

Wanda gilt als Chinas größter Immobilienkonzern und hält außerdem die größte Kinokette des Landes. Firmenchef Wang Jianlin ist einer der reichsten Chinesen. Zu dem Konzern gehören unter anderem Hotels, Einkaufszentren und der britische Jacht-Produzent Sunseeker.

Die Wanda-Gruppe treibt derzeit eine aggressive Expansion im Ausland voran. Erst vergangenen Monat hatte sie für 45 Millionen Euro Anteile am spanischen Fußballmeister Atlético Madrid übernommen. Den neuen Vorstoß in das Sportgeschäft will Wanda unter anderem dazu nutzen, Chinas Bewerbungen für große, internationale Sportereignisse zu unterstützen. Peking sowie Almaty in Kasachstan sind die letzten verbliebenen Bewerber für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022.

stk/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hansmaus 10.02.2015
1.
ohhh wird da eine WM in China vorbereitet? Wäre von der Zeitverschiebung her ja nicht soo schön da laufen die Spiele wennich noch an der Arbeit bin :(
megamekerer 10.02.2015
2. Der Neffe von Sepp Blatter!?
Tja, ich habe keine Ahnung, aber stinkt es nicht irgendwie nach Korruption? Warum sitzen in solche abhängige Firmen verwandten von Leute der Verbände? Auch in Politik sehe ich gleichbedeutende Beispiele. In was für ein Welt leben wir? Sind wir alle Korrupt?
wandaboy 10.02.2015
3. Wanda
Es sollte sich mal einer die mühe machen und Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter befragen die für Wanda gearbeitet haben. In China will keiner für diese Firma mehr arbeiten wenn es nicht unbedingt sein muss. Leider traut sich keiner darüber zu recherchieren und zu berichten, um ja keine Werbeverträge zu verlieren. Geld regiert die Welt heißt es ja nicht umsonst.
NWOBasher 10.02.2015
4.
Zitat von megamekererTja, ich habe keine Ahnung, aber stinkt es nicht irgendwie nach Korruption? Warum sitzen in solche abhängige Firmen verwandten von Leute der Verbände? Auch in Politik sehe ich gleichbedeutende Beispiele. In was für ein Welt leben wir? Sind wir alle Korrupt?
Nein, wir sind nicht alle korrupt, es ist auch nur eine Minderheit. Diese Minderheit ist es allerdings, die unser Leben bestimmt. Weil sie in den Positionen sitzen um Ihre Sippschaft unterzubringen. Vetternwirtschaft, Korruption, mafiöse Strukturen. Wenn man sieht wer alles miteinander Verwandt ist, dann kann man es kaum glauben...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.