Burberry, Prada, Louis Vuitton Apples Umsatzwarnung verstört auch Luxus-Investoren

Die Warnung von Apple-Chef Cook vor sinkenden iPhone-Umsätzen in China lässt Aktien der Hersteller von Luxusmarken wie Burberry, Louis Vuitton oder Prada abstürzen. Sie fürchten Erlöseinbrüche in China.

Louis Vuitton in Hongkong
DPA

Louis Vuitton in Hongkong


Apple-Chef Tim Cook hat mit der Umsatzwarnung die Apple-Aktionäre schockiert, deren Anteile binnen weniger Stunden insgesamt 75 Milliarden Dollar an Wert verloren. Auch wenn die Probleme des iPhone-Konzerns teilweise hausgemacht sind, wurden besonders Cooks Äußerungen bezüglich Chinas nervös registriert.

Er habe wohl "einige Herausforderungen in den Schwellenländern erwartet, die Stärke der Abwärtsbewegung aber unterschätzt, vor allem in China", sagte der Apple-Chef. Dieser Satz hat Erschütterungen in einer Branche ausgelöst, die nicht mehr viel mit Smartphones und High-Tech zu tun hat.

Seit Cooks China-Warnung sind die Aktienkurse global agierender Luxusmarken unter Druck geraten: Der Mutterkonzern des Taschenherstellers Louis Vuitton verlor an der Börse seither mit etwa vier Prozent deutlich stärker als der Gesamtmarkt, bei Burberry waren es bis zu minus 5,9 Prozent, Prada verlor an der Börse in Hongkong zwischenzeitlich 3,6 Prozent. Auch der Schweizer Uhrenhersteller Swatch war betroffen (minus 3 Prozent).

Chinesen kaufen viele Luxusartikel - bis jetzt

Hintergrund ist die steigende Unsicherheit darüber, wie stark sich das Wachstum in China abschwächen könnte - und ob darunter die Kauflaune chinesischer Kunden nachhaltig leidet. Westliche Luxusartikelhersteller wären davon besonders stark betroffen: Chinas wachsende Mittel- und Oberschicht ist für die Branche zur wichtigsten Kundengruppe aufgestiegen. Einer Untersuchung der Unternehmensberatung Bain zufolge entfällt rund ein Drittel des globalen Marktes für Luxusartikel.

Obwohl sich das Wachstumstempo der chinesischen Wirtschaft schon zuvor abgekühlt hatte, blieben die Verkäufe von Luxusartikeln im ersten Halbjahr 2018 laut einem Bericht des US-Senders CNN auf hohem Niveau. Die meisten Konzerne haben noch keine neueren Zahlen veröffentlicht. Es gibt aber Anzeichen für ein mögliches Ende des Luxus-Booms: Laut CNN habe die Schweizer Uhrenindustrie im November einen Rückgang der Verkaufszahlen in China gemeldet und ihre Geschäftsprognosen nach unten korrigiert.

Mehr zum Thema: Droht 2019 in Schwellenländern wie China eine Krise?

beb



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