Wirtschaftsreformen Chinas Aufseher loben Schattenbanken

Der chinesische Finanzsektor wird liberalisiert, die Aufsicht will 2014 bis zu fünf Privatbanken zulassen. Zugleich lobt die Behörde Chinas umstrittene Schattenbanken. Diese spielten eine "positive Rolle" für Unternehmen und Bürger.

Chinesische Banknoten: Das Angebot soll wachsen
REUTERS

Chinesische Banknoten: Das Angebot soll wachsen


Peking - Die chinesische Finanzaufsicht CBRC will laut einem Bericht der "Financial Times" die Schattenbanken des Landes besser kontrollieren, lobt sie aber zugleich als grundsätzlich sinnvoll. "Das Aufkommen von Schattenbanken ist ein unvermeidbares Ergebnis finanzieller Entwicklung und Innovation", zitiert die Zeitung aus einem noch unveröffentlichten Entwurf neuer Regeln. "Als Ergänzung zum traditionellen Bankensystem spielen Schattenbanken eine positive Rolle, indem sie der Realwirtschaft dienen und die Investitionskanäle für normale Bürger erweitern."

Die neuen Regeln sind Teil umfassender Wirtschaftsreformen, die China Ende vergangenen Jahres angekündigt hatte. Ein wesentlicher Teil ist die Öffnung des bislang weitgehend staatlich kontrollierten Finanzsektors. In den vergangenen Jahren hatten Chinesen ihr Geld zunehmend in weitgehend unregulierte Schattenbanken investiert, zu denen etwa Fonds oder auch illegale Geldverleiher gehören. Nun soll das Angebot der herkömmlichen Bankenbranche erweitert werden.

In einem ersten Schritt will die CBRC im neuen Jahr bis zu fünf neue Privatbanken erlauben. Diese sollen Teil eines Pilotprojekts sein, das genau überwacht wird. Welche Form die neuen Finanzinstitute im Detail haben sollen, blieb zunächst unklar. Laut einem Bericht der britischen BBC will CBRC aber auch prüfen, ob die Zugangsschwellen für ausländische Banken zum chinesischen Markt gesenkt werden.

Dem britischen Vermögensverwalter Ashmore ist dieser Schritt bereits gelungen: Als erstes ausländisches Unternehmen erhielt es Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt außerhalb von Hongkong. Infolge eines Abkommens mit der britischen Regierung darf Ashmore nun umgerechnet bis zu 13 Milliarden Dollar in chinesische Aktien und Anleihen investieren.

dab/AP



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