Chinas Ex-Premier JP Morgan soll Wens Tochter 1,8 Millionen gezahlt haben

Verwandte der chinesischen Führungselite stehen angeblich auf der Gehaltsliste von JP Morgan. Laut "New York Times" zahlte die US-Großbank der Tochter von Ex-Ministerpräsident Wen insgesamt 1,8 Millionen Dollar, womöglich um Einfluss zu erlangen. Das Geldhaus schweigt zu den Vorwürfen.

Chinas Ex-Premier Wen: Tochter auf der Gehaltsliste von JP Morgan
REUTERS

Chinas Ex-Premier Wen: Tochter auf der Gehaltsliste von JP Morgan


Peking - Journalisten der "New York Times" haben vertrauliche Dokumente ausgewertet, die Ergebnisse der Recherche richten sich gegen die skandalumwitterte US-Großbank JP Morgan Chase. Das Finanzinstitut soll der Zeitung zufolge 1,8 Millionen US-Dollar an eine Beratungsfirma der Tochter des früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao gezahlt haben.

Die wenig bekannte Firma heißt Fullmark Consultants, sie soll nur zwei Mitarbeiter beschäftigt haben, berichtet die Zeitung. Die Chefin "Lily Chang" sei in Wirklichkeit Wen Ruchun gewesen, die einzige Tochter des Premiers, der im März abgetreten war.

Nach der Meinung von Experten, die von der "New York Times" mit der Bewertung der Dokumente betraut wurden, könnten die angeblichen Zahlungen an Wen Ruchun Teil einer breit angelegten Strategie der Bank sein: Wenn die Vorwürfe stimmen, dass die Verwandten der chinesischen Führungselite auf der Gehaltsliste von JP Morgan standen, könnte dies darauf hindeuten, dass das Geldhaus größeren Einfluss in der Volksrepublik erlangen wollte, heißt es.

Geschäfte mit der staatlichen China Railway

In den USA laufen wegen solcher Praktiken schon Ermittlungen gegen die Bank. Wie die "New York Times" vor einem Jahr berichtet hatte, sollen Wen Jiabaos Familie und ihr engeres Umfeld einen Milliardenbesitz angesammelt haben.

Zwischen 2006 und 2008 habe JP Morgan Chart zeigen zweimal jährlich 900.000 Dollar an Fullmark Consultants gezahlt. In der Zeit habe die Bank auch in Unternehmen mit Beziehungen zur Familie von Wen Jiabao investiert, der als Premier verantwortlich für Wirtschaft und Finanzen war. In einem Schreiben habe die Firma vorgegeben, Geschäfte mit der staatlichen China Railway Corporation eingeleitet zu haben, berichtete die Zeitung. Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

bos/dpa

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normalo3006 14.11.2013
1. Raubtier-Sozialismus trifft ganz realen Kapitalismus
"Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel aus" wie man so schön sagt. ZK-Mitglieder als Milliardäre - alles für die "Harmonie". Klappe halten nach innen, Kohle machen nach außen. Da ist mir der US-Kapitalismus lieber - der ist wenigstens ehrlich.
dunnhaupt 14.11.2013
2. Großer Unterschied
Zitat von normalo3006"Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel aus" wie man so schön sagt. ZK-Mitglieder als Milliardäre - alles für die "Harmonie". Klappe halten nach innen, Kohle machen nach außen. Da ist mir der US-Kapitalismus lieber - der ist wenigstens ehrlich.
Im Kapitalismus wird die Menschen von Menschen ausgebeutet. Aber im Sozialismus ist es genau umgekehrt.
MiniDragon 14.11.2013
3.
Zitat von sysopREUTERSVerwandte der chinesischen Führungselite stehen angeblich auf der Gehaltsliste von JP Morgan. Laut "New York Times" zahlte die US-Großbank der Tochter von Ex-Ministerpräsident Wen insgesamt 1,8 Millionen Dollar, womöglich um Einfluss zu erlangen. Das Geldhaus schweigt zu den Vorwürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinas-ex-premier-jp-morgan-soll-wens-tochter-millionen-gezahlt-haben-a-933582.html
Man darf darauf gespannt, ob und wie die neue chinesische Regierung hierauf reagieren wird.
raber 14.11.2013
4. Schweinerei beiderseits
Wenn es stimmen sollte würde sich JP Morgan auch nicht an deren internen Verhaltenskodex halten um von Compliance ganz zu schweigen und die Ober-Kommunisten in ihrer Gier nach Geld sowieso nicht. Die Banken machen weiterhin Schweinereien und deren Compliance scheint nur Make-Up zu sein. Hoffentlich bestrafen die US-Amerikaner diese Manager saftig und bin gespannt ob es Auswirkungen bei den Chinesen haben wird.
rambo-1950 15.11.2013
5. Es gibt sie also doch.....
KORRUPTION ob in sozialistischen autoritären Einparteien System wie China - Nordkorea etc. oder sonstwo auf der Welt. Nichts lassen Lobbyisten unversucht um Einfluß und Vorteile zu erlangen. Natürlich werden dazu politische Entscheidungsträger bevorzugt da diese empfänglich und keinerlei Verhaltenskodex kennen. Dass nun Kommunisten erster Klasse beteiligt sind verwundert nicht, denn Geld stinkt nicht. Globaler Schweinestall und die am lautesten lamentiern und denunzieren sind die welche den "Trog" als letzte verlassen. MOTTO: "den kleinen hängt man den GROSSEN lässt man laufen"
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