Schrumpfender Handelsüberschuss Chinas Exportmaschine stottert

Das zweite Jahr in Folge sind Chinas Exporte rückläufig, der Handelsüberschuss gegenüber den USA sinkt. Die Bedingungen seien "kompliziert und düster" heißt es von offizieller Seite. Unter Donald Trump könnte sich die Lage verschärfen.
Stahlarbeiter in Changzhou

Stahlarbeiter in Changzhou

Foto: Kevin Frayer/ Getty Images

Der chinesische Handelsüberschuss gegenüber den USA ist im vergangenen Jahr von 260,91 Milliarden auf 250,79 Milliarden Dollar zurückgegangen. Das zeigen am Freitag veröffentlichte Daten der Zollbehörden. Auch im weltweiten Handel ist die Entwicklung rückläufig. Die Exporte schrumpften 2016 um 7,7 Prozent, die Importe um 5,5 Prozent. Der Handelsüberschuss ging damit insgesamt um 9,1 Prozent auf 486 Milliarden US-Dollar zurück.

Es ist bereits China zweiter Exportrückgang in Folge und der deutlichste seit den Hochzeiten der Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Die Bedingungen für den Außenhandel im vergangenen Jahr beschrieb Zollsprecher Huang Songping als "kompliziert und düster" mit wachsenden Unwägbarkeiten und Unbeständigkeit. "Der Anti-Globalisierungstrend wird immer deutlicher und China ist das größte Opfer dieses Trends."

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat Chinas Handelspolitik wiederholt scharf kritisiert. Er wirft dem Land vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um Exporte zu fördern. Trump hat angekündigt, China bereits am ersten Tag einer Präsidentschaft als Währungsmanipulator zu brandmarken und hohe Strafzölle auf chinesische Einfuhren zu erheben. "Wir fürchten, dass Trumps Haltung gegenüber Chinas Handel eine langfristige Schwächung chinesischer Exporte bewirken könnten", heißt es in einer Analyse der australischen ANZ-Bank.

Trump ist auch ein Kritiker geplanter Handelsabkommen mit Asien (TPP) und Europa (TTIP). Vor einer neuen Gesprächsrunde mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe bekräftigte die australische Regierung, dass sie weiter an ein Abkommen glaube. "Berichte über einen Tod von TPP sind voreilig", sagte der australische Handelsminister Steven Ciobo dem Sender ABC. "Wir müssen den Amerikanern Zeit geben, diese Sache durchzuarbeiten."

dab/AP/Reuters/dpa
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