Chipgigant Quasi-Monopolist Intel bejubelt bestes Jahr seiner Geschichte

Es sind beachtliche Zahlen: Der Prozessor-Hersteller Intel hat im vierten Quartal 2010 seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte gesteigert. Für dieses Jahr rechnet Konzernchef Paul Otellini mit neuen Rekorden - obwohl der Konzern einen wichtigen Trend verpasst hat.

Intel: In 80 Prozent der PCs inside
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Intel: In 80 Prozent der PCs inside


Santa Clara - Die Techindustrie ist endgültig wieder da: Erst präsentierte der deutsche Softwarekonzern SAP am Donnerstag Rekordzahlen, nun markiert Intel Chart zeigen neue Höchstleistungen: Im Schlussquartal wuchs der Umsatz des Herstellers von Prozessoren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro). Der Gewinn stieg sogar um 48 Prozent auf unterm Strich 3,4 Milliarden Dollar.

"2010 war das beste Jahr in Intels Geschichte", sagte Konzernchef Paul Otellini. "Wir glauben, dass 2011 sogar noch besser wird." In der Wirtschaftskrise hatten viele Unternehmen an der Computerausstattung gespart. Nun haben sie Nachholbedarf.

Intel-Prozessoren stecken weltweit in rund 80 Prozent aller PCs. Der Chipriese hat den Wandel hin zu kleinen, mobilen Geräten jedoch verschlafen und mischt im boomenden Geschäft mit mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet-Computern kaum mit. Auf diesem Markt dominiert die britische Firma ARM.

AMD geht es mies

Vor einer Woche hatte sich deshalb sogar Microsoft Chart zeigen von seinem langjährigen Partner Intel abgewendet und eine umfangreiche Kooperation mit ARM bekanntgegeben. Diese Sorgen rückten jedoch angesichts der guten Geschäftszahlen zunächst in den Hintergrund.

Mit Zukäufen versucht Intel, auch den Anschluss bei mobilen Geräten wiederzufinden. So übernimmt der Konzern die Mobilfunk-Sparte von Infineon für 1,4 Milliarden Dollar. Die Münchener stellen fast das komplette Innenleben eines Handys her.

Gegenüber dem kleineren Rivalen AMD Chart zeigen hat Intel den gewaltigen Vorteil, kerngesund in den Umbruch zu gehen. AMD schreibt seit langem Verluste. Auch der bisherige Konzernchef Dirk Meyer bekam die Probleme letztlich nicht in den Griff. Er ging am Dienstag.

böl/dpa-AFX/Reuters



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silenced 14.01.2011
1. <->
Was passiert eigentlich mit den immer toller werdenden Zahlen, nicht nur auf Intel sondern Gesamtwirtschaftlich bezogen, wenn man die Inflation des Dollars herausrechnet?
arnieduke 14.01.2011
2. Praktiken
Aber man muss sich mal vor Augen halten, mit welchen Methoden es Intel so weit geschafft hat. Es ist bekannt, dass der Laden jahrelang wettbewerbswidrig gehandelt hat und letztendlich dafür an AMD zahlen musste. Das hatte aber natürlich keinen Einfluss auf Intels Marktstellung, da sie sich zu diesen Zeitpunkt bei alle größeren Computerhersteller wie z.B. Dell eine sichere Vorherrschaft eingekauft hatten. Leider hat AMD derzeit zusätzlich noch einiges falsch gemacht, besonders im Notebook-Segment. Ich kaufe aber nach wie vor ausschließlich AMD-Prozessoren, weil die Firma einfach sympathischer ist und es mir egal ist, ob mein Prozessor in den Benchmarks ein paar Prozent langsamer ist. Man muss auch nicht immer das schnellste Produkt am Markt haben, es kommt immer darauf an, was man wirklich braucht. Es auch einfach eine Gewissensentscheidung.
ohne_sorge 14.01.2011
3.
Ich war all die Jahre auch immer AMD Fan, bin aber wieder zu Intel (Core i7) gewechselt, da ich mit den AMD Systemen eigentlich immer Probleme hatte. Dies liegt eigentlich nicht an AMD selbst, aber die Mainboards, die für AMD Prozessoren angeboten werden, haben nach meinen Erfahrungen immer Kinderkrankheiten, verursachen Abstürze und bieten manche Nachbesserungen über BIOS Updates nicht oder nur deutlich später. Ob da Intel auch was gedreht hat, oder ob es einfach nur eine schlechtere Zusammenarbeit von AMD mit den Boardherstellern gibt, weiß ich leider auch nicht. Ich gehe nach meiner eigenen Statistik vor und nach 3 Intel Systemen von denen alle 3 noch im Betrieb sind, ist die Quote einfach überzeugender als von den 3 AMD Systemen, bei denen 3 durch Mainboardausfall eben nicht mehr funktionieren... Zusätzlich weiß ich auch nicht, ob AMD gut beraten ist keine NVidia Grafikkarten mehr zu unterstützen, denn Leute wie ich, die auf die Treiberprobleme bei ATI (jetzt AMD) keine Lust hatten, hatten somit noch einen zweiten Grund zu wechseln. AMD hätte m.E. lieber einen Mainboardhersteller übernehmen sollen, als ATI.
Reyno 14.01.2011
4. Titel
Zitat von ohne_sorgeIch war all die Jahre auch immer AMD Fan, bin aber wieder zu Intel (Core i7) gewechselt, da ich mit den AMD Systemen eigentlich immer Probleme hatte. Dies liegt eigentlich nicht an AMD selbst, aber die Mainboards, die für AMD Prozessoren angeboten werden, haben nach meinen Erfahrungen immer Kinderkrankheiten, verursachen Abstürze und bieten manche Nachbesserungen über BIOS Updates nicht oder nur deutlich später. Ob da Intel auch was gedreht hat, oder ob es einfach nur eine schlechtere Zusammenarbeit von AMD mit den Boardherstellern gibt, weiß ich leider auch nicht. Ich gehe nach meiner eigenen Statistik vor und nach 3 Intel Systemen von denen alle 3 noch im Betrieb sind, ist die Quote einfach überzeugender als von den 3 AMD Systemen, bei denen 3 durch Mainboardausfall eben nicht mehr funktionieren... Zusätzlich weiß ich auch nicht, ob AMD gut beraten ist keine NVidia Grafikkarten mehr zu unterstützen, denn Leute wie ich, die auf die Treiberprobleme bei ATI (jetzt AMD) keine Lust hatten, hatten somit noch einen zweiten Grund zu wechseln. AMD hätte m.E. lieber einen Mainboardhersteller übernehmen sollen, als ATI.
Sie schreiben mir aus der Seele. AMD hat sich mit der Übernahme von ATI(Alle Treiber inkompatibel) selbst ins Bein geschossen. Hätte jetzt auch gerne wieder einen AMD genommen, aber es gibt kaum Mutterbretter mit nvidia-Chipsätzen für aktuelle AMD's. ATI-Mainboards möchte ich mir auch nicht unbedingt antun. Wahrscheinlich gehen die nur vernünftig mit speziellen Voodoo-Workarounds.
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