Nach Schuldspruch IWF spricht Lagarde das Vertrauen aus

Ein Sondergericht hat Christine Lagarde in einem Strafprozess für schuldig befunden. Die IWF-Chefin sagt, sie wolle nun nach vorne schauen. Die Führung des Fonds stellte sich demonstrativ hinter sie.

Christine Lagarde
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Christine Lagarde


Das Führungsgremium des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat nach dem Schuldspruch gegen Christine Lagarde mitgeteilt, weiterhin volles Vertrauen in die französische IWF-Chefin zu haben. Lagarde habe sich viel Respekt und Vertrauen erarbeitet, hieß es. Sie könne ihren Aufgaben weiterhin effektiv nachkommen. Das Gremium besteht aus Lagarde und 24 weiteren Mitgliedern.

Ein Pariser Sondergericht hatte zuvor befunden, die 60-Jährige habe in ihrer Zeit als französische Finanzministerin fahrlässig im Amt gehandelt. Dadurch wurden dem dubiosen Geschäftsmann Bernard Tapie 400 Millionen Euro an Schadenersatz zugesprochen.

Der Gerichtshof der Republik hatte Lagarde schuldig gesprochen, aber keine Strafe verhängt. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten Freispruch verlangt.

Lagarde sagte, sie wolle nun nach vorne schauen und ihre Arbeit fortsetzen. "Es gibt einen Punkt, an dem man einfach innehalten, eine Seite umblättern und weitermachen muss." Im Prozess hatte Lagarde beteuert, sie sei unschuldig und habe nach bestem Gewissen gehandelt.

Lagarde war von 2007 bis 2011 französische Wirtschafts- und Finanzministerin. Seit 2011 leitet sie den Weltwährungsfonds und gilt damit als eine der mächtigsten Frauen der Welt.

aar/dpa/AFP/Reuters



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