Britische Co-op-Bank Aufsichtsratschef tritt wegen Drogenskandal zurück

Der Drogenskandal bei der britischen Co-operative Bank hat erste personelle Konsequenzen: Aufsichtsratschef Eric Wardle kündigte seinen Rücktritt an. Er sei mitverantwortlich für die Ernennung des ehemaligen Bankchefs Flowers, der beim Drogenkauf gefilmt wurde.

Co-operative-Filiale: Bank in der Krise
Getty Images

Co-operative-Filiale: Bank in der Krise


London - Wegen der Affäre um den Drogenkonsum eines ehemaligen Bankmanagers ist der Aufsichtsratschef der britischen Co-operative Group zurückgetreten. Eric Wardle teilte in einem Statement mit, die Enthüllungen über den Drogenkonsum des früheren Chefs der Co-op-Bankensparte, Paul Flowers, hätten eine Reihe ernster Fragen aufgeworfen. Als Chef des Aufsichtsrats habe er seinen Anteil an der Ernennung von Flowers gehabt. Deshalb sei es richtig zurückzutreten. Das Amt übernimmt seine bisherige Stellvertreterin Ursula Lidbetter.

Wardles Nachfolgerin muss die Gruppe nun durch unruhige Zeiten steuern. Im Zuge des Drogenskandals wurde eine interne Untersuchung wegen "unangebrachten Verhaltens" eingeleitet. Besonders im Visier steht dabei die Frage, ob Flowers' Eignung für das Amt bei der Ernennung ausreichend geprüft worden ist.

Flowers hatte seinen Posten als Direktoriumschef bereits im Juni verlassen. Am vergangenen Sonntag veröffentlichte die Boulevardzeitung "Mail on Sunday" Bilder, die ihn beim Kauf von illegalen Drogen wie Kokain und Crystal Meth zeigen. Die Labour-Partei schloss den ehemaligen Kommunalpolitiker daraufhin aus. Er hat den Drogenkonsum zugegeben.

Die Co-operative Group ist ein genossenschaftlich organisierter Mischkonzern mit rund 100.000 Beschäftigten. Die Bankensparte gilt als Problemfall und trug maßgeblich zu einem Verlust von 559 Millionen Pfund im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres bei. Ende Oktober hatte eine Gruppe von Hedgefonds die Mehrheit bei dem Geldhaus übernommen, nachdem es ein milliardenschweres Kapitalloch nicht mehr selbst stopfen konnte.

stk/dpa/Reuters



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raber 19.11.2013
1. AR-Chef kündigt wegen schlechter Ernennung
"Als Chef des Aufsichtsrats habe er seinen Anteil an der Ernennung Flowers' gehabt. Deshalb sei es richtig, zurückzutreten." Nicht nur zur Ernennung sondern auch in den Folgejahren hat er zugesehen. Solch eine Entscheidung sollten sich mal andere AR-Chefs überlegen, auch bei Fussballclubs.
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