Spenden und Sponsoring Coca-Cola will Zahlungen an Forscher veröffentlichen

Der US-Softdrinkkonzern Coca-Cola will künftig auch in Europa offenlegen, wem er Geld gibt. Das Unternehmen war in den USA wegen der Finanzierung von Forschungseinrichtungen unter Druck geraten und hatte eine Liste von Fördermaßnahmen veröffentlicht.
Coca-Cola-Getränkekisten: Transparenz jetzt auch in Europa

Coca-Cola-Getränkekisten: Transparenz jetzt auch in Europa

Foto: Nikos Arvanitidis/ picture alliance / dpa

Coca-Cola tritt die Flucht nach vorne an: Auch in Europa will der US-Getränkehersteller für mehr Transparenz bei seinen Spenden und Sponsoringprojekten sorgen. In einem Schreiben an Foodwatch, das die Verbraucherorganisation veröffentlichte , kündigte der Konzern an, seine Zahlungen an Wissenschaftler und Gesundheitsprojekte offenzulegen.

In Nordamerika war Coca-Cola wegen der Finanzierung von Forschungseinrichtungen in die Kritik geraten und hatte im Internet eine Liste seiner Fördermaßnahmen veröffentlicht. Dem Konzern wird vorgeworfen, durch die Finanzierungen die wissenschaftliche Debatte über die Ursachen von Übergewicht lenken zu wollen.

Wann Coca-Cola eine ähnliche Liste für Europa veröffentlichen wird, ist allerdings noch nicht klar. Foodwatch forderte den Konzern auf, dies bis Ende Januar 2016 zu tun. Coca-Cola war für eine Nachfrage zunächst nicht zu erreichen.

Die "New York Times" hatte im August einen Fall von Wissenschaftssponsoring durch den Konzern aufgedeckt. Daraufhin gab Coca-Cola zu, mehr als hundert Millionen Dollar für "Gesundheitspartnerschaften" und Wissenschaftskooperationen ausgegeben zu haben und veröffentlichte eine Liste mit Wissenschaftlern und Gesundheitsorganisationen, an die das Geld geflossen war.

So unterstützte der Getränkegigant der Zeitung zufolge beispielsweise eine Einrichtung namens "Global Energy Balance Network", die behauptete, es gebe keine Belege dafür, dass zuckrige Getränke Übergewicht verursachten. Vielmehr sei mangelnde Bewegung das Problem.

Laut Foodwatch fördert Coca-Cola auch in Deutschland mehrere Sport- und Gesundheitsinitiativen - darunter eine Kooperation zur Herzgesundheit mit dem Berliner Krankenhaus Charité sowie mehrere Sportprojekte der Deutschen Sporthilfe und des Deutschen Olympischen Sportbunds.

Übergewicht und Fettleibigkeit haben in den vergangenen Jahrzehnten weltweit stark zugenommen und sich zu einem der größten Gesundheitsrisiken entwickelt.

nck/AFP