45-Milliarden-Dollar-Deal Comcast bläst Übernahme von Time Warner ab

Der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast wird Time Warner Cable nicht übernehmen. Entscheidend waren offenbar Bedenken der Kartellwächter: Die 45 Milliarden Dollar teure Fusion hätte einen Konzern mit riesiger Marktmacht geschaffen.

Time-Warner-Servicewagen in New York: Bedenken der Kartellwächter
AP/dpa

Time-Warner-Servicewagen in New York: Bedenken der Kartellwächter


Wochenlang hatte Comcast im Winter 2013/2014 um den Konkurrenten Time Warner Cable gebuhlt, rund 45 Milliarden Dollar war der größte Kabelnetzbetreiber der USA am Ende zu zahlen bereit. Nun wird doch nichts aus dem Zusammenschluss: Comcast hat die Übernahme angesichts des massiven Widerstands der Wettbewerbswächter abgesagt.

Aus der Fusion wäre ein Konzern mit großer Marktmacht im Bezahlfernsehen und im Internetgeschäft hervorgegangen. Verbraucherschützer und konkurrierende Unternehmen hatten diese starke Stellung von Anfang an scharf kritisiert. Dem schlossen sich auch die Wettbewerbsbehörden an. Das für Kartellverfahren zuständige Justizministerium hatte die Unternehmen über "bedeutende Bedenken" informiert, bevor diese das Scheitern des Deals bekanntgaben.

Dementsprechend zufrieden reagierte US-Justizminister Eric Holder in einem Statement: "Die Entscheidung der Unternehmen, diesen Deal abzubrechen, ist das beste Ergebnis für die amerikanischen Verbraucher." Comcast hatte sich bis zuletzt optimistisch gezeigt und massiv in die Lobbyarbeit für den Deal investiert.

Entscheidend für den Meinungswandel bei Comcast soll Insidern zufolge allerdings der entschiedene Protest der Aufsichtsbehörde FCC gewesen sein. Regierungsdokumenten zufolge hatte Comcast-Chef Roberts noch am Montag persönlich mit FCC-Chef Tom Wheeler verhandelt, der als besonders strenger Aufseher gilt. Im vergangenen Jahr spielte er eine zentrale Rolle beim Scheitern der Fusion des Mobilfunkanbieters Sprint mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA.

Nun könnte Charter Communications eine neue Chance bekommen. Die Nummer vier im US-Markt hatte sich monatelang vergeblich um Time Warner Cable bemüht und war von Comcast ausgestochen worden.

fdi/Reuters



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