Jahresbilanz 2013 Commerzbank spart sich zu einem Mini-Gewinn

Die Commerzbank hat sich im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen gearbeitet. Trotz hoher Kosten für den eingeleiteten Konzernumbau und Verlusten beim beschleunigten Abbau von Problem-Anlagen erwirtschaftete die Bank einen Überschuss von 78 Millionen Euro.
Commerzbank-Zentrale: Sparkurs bringt Millionengewinn

Commerzbank-Zentrale: Sparkurs bringt Millionengewinn

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Frankfurt am Main - Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen und will ihre Altlasten jetzt schneller abbauen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands zweitgrößte Bank einen Nettogewinn von 78 Millionen Euro, mehr als Analysten erwartet hatten. Ein Jahr zuvor hatte die Bank noch 47 Millionen Euro Verlust geschrieben.

Der Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite sei schneller als erwartet vorangekommen, teilte die Commerzbank am Donnerstag mit. Die interne "Bad Bank", in der diese Bestände geparkt sind, schrumpfte bis Ende 2013 auf 116 Milliarden Euro statt der erwarteten 125 Milliarden. Bis 2016 sollen in ihr nur noch 75 Milliarden Euro liegen; bisher hatte Vorstandschef Martin Blessing weniger als 90 Milliarden Euro angepeilt.

Auch bei der Stärkung ihrer Kapitalpuffer kommt die Commerzbank schneller voran als geplant. Die harte Kernkapitalquote unter Einbeziehung der künftig geltenden Regeln Basel III kletterte 2013 von 7,6 auf 9,0 Prozent, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Damit hat die Commerzbank bereits ihr eigentlich erst für 2016 angesetztes Ziel übertroffen. Nun will der Vorstand die Quote auf über 10 Prozent bis 2016 steigern. Eine hohe Eigenkapitalausstattung gilt als wichtiger Puffer gegen neue Krisen.

Trotz des beschleunigten Abbaus konnte die Abwicklungssparte ihren operativen Verlust um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf gut eine Milliarde Euro reduzieren. Dabei halfen der Bank auch die niedrigen Zinsen. Wegen der Jagd von Investoren nach renditeträchtigen Anlagen konnte die Commerzbank für die verkauften Kreditpakete vergleichsweise gute Preise erzielen und ihre Verluste begrenzen.

Der hohe Bestand an Schiffs- und Gewerbeimmobilienkrediten sowie Staatsanleihen gilt als eines der größten Risiken der Commerzbank  . Der Vorstand hatte im vergangenen Jahr den Verkauf vorangetrieben. Unter anderem wurde das Institut im Sommer sämtliche Finanzierungen britischer Gewerbeimmobilien in Höhe von rund fünf Milliarden Euro an die US-Bank Wells Fargo   und den Investor Lone Star los. Im Dezember fand die Bank einen Käufer für ein 14 Chemikalientanker umfassendes Kreditportfolio. Zuletzt schlug sie ein 710 Millionen Euro schweres Paket bestehend aus vom Ausfall bedrohten Immobilienkrediten in Spanien an Hedgefonds und Finanzinvestoren los.

Der Kapitalbasis der Bank kam auch eine 2,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung im Mai 2013 zugute. Mit dem eingesammelten Geld zahlte die Bank hauptsächlich die verbliebene direkte Staatshilfe aus der Zeit der Finanzkrise zurück. Ein Teil der Erlöse diente aber auch der eigenen Bilanz.

nck/dpa/Reuters