Mickerzinsen Commerzbank-Gewinn sackt um ein Drittel ab

Das anhaltende Zinstief macht der Commerzbank zu schaffen. Der Gewinn bricht ein, die Kernkapitalquote sinkt deutlich, die Aktie stürzt ab.

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt
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Zentrale der Commerzbank in Frankfurt


Miese Zahlen für die Commerzbank: Im zweiten Quartal sackte der Überschuss um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 209 Millionen Euro ab, wie das Geldhaus mitteilte. Der operative Gewinn ging um 18 Prozent auf 342 Millionen Euro nach unten. Die Aktie verlor um bis zu 6,7 Prozent an Wert.

Ein wichtiger Grund sind die historisch niedrigen Zinsen, die sich immer stärker in die Ergebnisse der Banken hineinfressen. Auch die Unruhe an der Kapitalmärkten bremst den Erholungskurs der Commerzbank.

Deutlich sackte nun die harte Kernkapitalquote ab. In den vergangenen drei Monaten sank sie um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Die Bank begründete das zum einen mit erneut verschärften Regeln bei der Berechnung von Risiken im Tagesgeschäft.

Zudem musste das Institut angesichts der niedrigen Zinsen seine Pensionsverpflichtungen für die eigenen Betriebsrenten kräftig erhöhen. Auch die höheren Risiken für italienische Staatsanleihen hinterließen Spuren.

Bis 2019 muss die Commerzbank unter vollständiger Anwendung aller künftigen Regeln auf eine harte Kernkapitalquote von 11,75 Prozent kommen. Der Konzern wiederholte die Einschätzung, dass es bei der Kapitalquote angesichts des derzeit unsicheren Marktumfelds öfter zu Schwankungen kommen könnte.

Die Aktie der Commerzbank baute im nachbörslichen Handel am Abend ihre Kursverluste vom Tage aus. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 40 Prozent an Wert verloren und notiert damit nahe Rekord-Tiefstständen.

ssu/dpa-AFX



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