Schwarzgeld-Verdacht Commerzbank kündigt 400 Kunden

Vorläufiger Höhepunkt des Großreinemachens: Die Luxemburger Tochter der Commerzbank hat 400 Kunden gekündigt, die vermutlich Schwarzgeld auf ihren Konten horten. Sie hatten trotz mehrfacher Aufforderung keine Selbstanzeige gestellt.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Briefkasten-Firmen in Panama
DPA

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Briefkasten-Firmen in Panama


In der Steuer-Affäre um fragwürdige Geldgeschäfte im Ausland räumt die Commerzbank auf. Im Januar kündigte das Institut etwa 400 Kunden zum 30. April, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Insider berichtet und damit gleichlautende Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") bestätigte. Die Kunden hatten demnach zuvor auf mehrere Schreiben nicht reagiert, in denen sie zur Klärung ihrer "steuerliche Situation" aufgefordert worden waren - konkret also dazu, Selbstanzeige beim Finanzamt zu stellen. Ein Banksprecher wollte die Berichte nicht kommentieren.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen etliche Kunden und Mitarbeiter der Luxemburger Commerzbank-Tochter Cisal wegen Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe dazu. Grundlage der Ermittlungen ist eine von den Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen gekaufte CD.

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass Luxemburg-Töchter deutscher Großbanken Anlegern Briefkastenfirmen in Panama vermittelt haben sollen. Über diese Scheinfirmen soll Vermögen vor dem Fiskus versteckt worden sein. Bei Razzien Ende Februar waren zu der Affäre unter anderem in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale Unterlagen beschlagnahmt worden.

Gelder teilweise weiter von Commerzbank verwaltet

Die Commerzbank bot dem Vernehmen nach die fragwürdigen Geschäfte seit Sommer 2008 nicht mehr an. Damals hatte die Cisal dem Bericht zufolge noch 19.250 Kundenkonten, auf denen Vermögen in Milliardenhöhe lagerte, ein Großteil davon mutmaßlich Schwarzgeld. Panama-Firmen hätten auf 242 Konten insgesamt 419 Millionen Euro geparkt. Die Commerzbank teilte der Zeitung mit, es gebe auch Panama-Gesellschaften, die legalen Zwecken dienten.

Die Zahl der Gesamtzahl der Konten ist laut "SZ" inzwischen auf jetzt nur noch etwas mehr als 4000 gesunken. Der Bank zufolge habe der Rückgang aber mehrere Gründe gehabt. Ein wesentlicher Teil dieser Gelder werde nicht mehr bei der Cisal, aber weiterhin innerhalb der Commerzbank verwaltet. Inwieweit es sich auch um Schwarzgeld gehandelt habe, sei Bestandteil des Ermittlungsverfahrens.

fdi/dpa/AFP



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hatschon 01.04.2015
1. Da wird der Bock
Zum Gärtner gemacht . Die Commerzbank ging eine Fusion mit der Dresdnerbank ein , die damals schon wegen Schwarzgeld Geschäften Ärger hatte und nun sollen Sich die Kunden selbstanzeigen !
treasurer 01.04.2015
2. sieht so Dankbarkeit aus?
Jahrelang haben Bank und Kunde in diesem Bereich gut "Zusammengearbeitet". Jetzt passt es der Bank plötzlich nicht mehr und raus mit dem Kunden. Irgendwie typisch?
spon-1280943165745 01.04.2015
3. Steuerhinterziehung
Zitat von treasurerJahrelang haben Bank und Kunde in diesem Bereich gut "Zusammengearbeitet". Jetzt passt es der Bank plötzlich nicht mehr und raus mit dem Kunden. Irgendwie typisch?
Ein ziemlich dummer Beitrag zu diesem Thema. Soll die Bank sich denn weiterhin strafbar machen? Es geht hier um Steuerhinterziehung deren Unterstützung auch strafbar ist. Es wird in den angesprochenen Fällen wohl einen Anfangsverdacht geben und für die Bank geht es darum nicht selber zu einer Millionenstrafe verurteilt zu werden. Ich hoffe das auch Sie etwas gegen Steuerhinterziehung haben, immerhin geht es darum das alle zum Erhalt unseres Staates ihren Beitrag leisten müssen, also für gute Straßen und Schulen etc. Steuern zahlen müssen.
alterLeser 01.04.2015
4. nur Straßen und Schulen?
Zitat von spon-1280943165745Ein ziemlich dummer Beitrag zu diesem Thema. Soll die Bank sich denn weiterhin strafbar machen? Es geht hier um Steuerhinterziehung deren Unterstützung auch strafbar ist. Es wird in den angesprochenen Fällen wohl einen Anfangsverdacht geben und für die Bank geht es darum nicht selber zu einer Millionenstrafe verurteilt zu werden. Ich hoffe das auch Sie etwas gegen Steuerhinterziehung haben, immerhin geht es darum das alle zum Erhalt unseres Staates ihren Beitrag leisten müssen, also für gute Straßen und Schulen etc. Steuern zahlen müssen.
Warum wird nie die Verschiebung vieler Milliarden nach Griechenland erwähnt? Der Erhalt von Straßen und Schulen kommen so lieblich und wunderbar gemeinnützig daher. Damit kann man von der Tatsache abgelenkt werden, dass ein großer Teil unserer Steuern verschwendet wird. Sind Sie vielleicht Beamter oder Politiker?
spon-1280943165745 01.04.2015
5. Thema verfehlt
Zitat von alterLeserWarum wird nie die Verschiebung vieler Milliarden nach Griechenland erwähnt? Der Erhalt von Straßen und Schulen kommen so lieblich und wunderbar gemeinnützig daher. Damit kann man von der Tatsache abgelenkt werden, dass ein großer Teil unserer Steuern verschwendet wird. Sind Sie vielleicht Beamter oder Politiker?
Vorab, ich bin weder Beamter noch Politiker. Der von Ihnen gemachte Einwand mag berechtigt sein, ist aber nicht Thema dieses SPON-Artikels. Hier geht es um Steuerhinterziehung, also um Beträge die dem Staat vorenthalten werden. Die Steuerhinterzieher nehmen zwar an den Wohltaten teil weigern sich aber dafür auch ihren Anteil zu zahlen. Das man manche Steuereinnahmen auch verschwendet ist wohl richtig, aber - wie schon gesagt - nicht Thema dieses Beitrages.
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