Stefan Schmittmann Commerzbank kürt neuen Chefaufseher

Nach monatelanger Suche hat sich die Commerzbank auf einen neuen Aufsichtsratschef festgelegt: Stefan Schmittmann war früher Risikovorstand und hat mit Blick auf den künftigen Posten rechtzeitig gekündigt.

Stefan Schmittmann im Jahr 2010
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Stefan Schmittmann im Jahr 2010


Stefan Schmittmann soll neuer Aufsichtsratschef der Commerzbank Chart zeigen werden. Der derzeit 59-Jährige werde voraussichtlich bei der Hauptversammlung im Mai 2018 den langjährigen Chefkontrolleur Klaus-Peter Müller ablösen, teilte der teilverstaatlichte Dax -Konzern am Mittwoch in Frankfurt mit. Mit der Berufung Schmittmanns ist die monatelange Suche nach einem neuen Vorsitzenden für das Kontrollgremium beendet.

Damit entschied sich Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus bei einem weiteren wichtigen Posten für einen internen Kandidaten. Zum 1. Mai war der bisherige Privatkundenchef Martin Zielke Nachfolger von Konzernchef Martin Blessing geworden. Über die Entscheidung für Schmittmann hatte zuvor bereits die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Der gebürtige Münchner Schmittmann war zum 1. November 2008 in den Commerzbank-Vorstand eingetreten. Zum Jahresende 2015 löste er seinen Vertrag als Risikovorstand auf eigenen Wunsch vorzeitig auf. Nach den Regeln guter Unternehmensführung dürfen Ex-Vorstände frühestens 24 Monate nach Niederlegung ihres Amts in den Aufsichtsrat wechseln.

Seit knapp einem Jahr hatte eine Findungskommission unter BDI-Hauptgeschäftsführer und Aufsichtsratsmitglied Markus Kerber einen geeigneten Kandidaten für die Müller-Nachfolge gesucht. Viele Beobachter hatten mit einem Kandidaten von außen gerechnet, nachdem schon für den Vorstandsvorsitz eine interne Lösung gefunden wurde.

Müller hatte 1966 bei der Commerzbank angefangen und prägte diese maßgeblich. In den vergangenen Jahren musste er jedoch viel Kritik einstecken. Denn in seine Amtszeit als Vorstandschef fiel unter anderem die missglückte Übernahme des inzwischen weitgehend abgewickelten Immobilien- und Staatsfinanzierers Eurohypo. Zudem hatte Müller als Aufsichtsratschef zusammen mit Blessing die riskante Übernahme der Dresdner Bank mitten in der Finanzkrise 2008 eingefädelt. Die Commerzbank musste in der Folge mit 18,2 Milliarden Euro Steuergeldern vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Gut 15 Prozent der Anteile an dem Institut hält bis heute der Bund.

dab/dpa



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