Stellenabbau Commerzbank macht im zweiten Quartal Verluste

Die Commerzbank baut ihre Unternehmensstruktur um: Bis 2020 sollen mehrere tausend Jobs abgebaut werden. Fürs Erste führen die Kosten dafür zu Verlusten.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
AP

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt


Die Kosten für den Abbau Tausender Arbeitsplätze haben die Commerzbank im zweiten Quartal in die Verlustzone gedrückt. Von April bis Juni machte die zweitgrößte deutsche Bank einen Verlust von 637 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte das Geldhaus noch 215 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Die Commerzbank streicht derzeit Stellen und baut ihre digitalen Angebote aus. Insgesamt will die Bank bis 2020 rund 9600 Vollzeitjobs abbauen. Zugleich sollen rund 2300 neue Stellen entstehen. Ihr Filialnetz will das Institut nicht ausdünnen - anders als etwa die Deutsche Bank.

Geschäftsführung und Betriebsrat hatten im Frühjahr ein Altersteilzeitprogramm vereinbart, Mitte Juli einigten sie sich auf einen Rahmenplan, der auch ein Abfindungsprogramm enthält. Das kostet viel Geld - insgesamt lagen die Restrukturierungsaufwendungen bei 807 Millionen Euro, wie die Bank mitteilte.

Positiv verlief die Kundenentwicklung: Die Commerzbank habe zur Jahresmitte mehr als 500.000 neue Kunden gewonnen, teilte das Geldhaus mit. Die Kosten habe das Unternehmen trotz gestiegener Investitionen in die Digitalisierung im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Für das Gesamtjahr rechne die Bank daher mit einem "leicht positiven Ergebnis".

asa/Reuters/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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ptb29 02.08.2017
1. Ein leicht positives Jahresergebnis
wird dem Finanzinvestor nicht reichen.
marcus_tullius 02.08.2017
2. 97 Prozent
Kursverlust in zehn Jahren. Diese Bank ist ein Alptraum.
franxinatra 02.08.2017
3. Mit den 150€ Willkommensprämie...
Kommen da rasch in einem Jahr 15Mio Miese zusammen: Die meisten Neukunden machen das nur für die Fangprämie...
marty_gi 02.08.2017
4. Job weg - aber Kunde bleiben?
Ich frage mich immer, wer denn am Ende noch Kunde von etwas sein soll, wenn staendig ueberall die Stellen wegfallen und Leute somit...ja, was? Geld aus anderen Quellen erhalten? Die selbst wiederum ihr Geld woher bekommen? Aus den Sozialsystemen, in die nur noch die einzahlen, die noch eine Stelle haben? Oder aus welcher Schatulle soll man den als Kunde noch agieren, wenn einem (hier 9600!) die Stelle gestrichen wird? Irgendwie saegen die Firmen da an dem Ast, der eigentlich Profit bringen soll - der Kunde, den es dann immer weniger geben wird. Oder machen nur noch die oberen Zehntausend den Schnitt und halten den Laden am Laufen? Wenn dem so waere, muesste da ja heute fast schon funktionieren.
spaceagency 02.08.2017
5. Deutsche Banken
während im Ausland vergleichbare Banken Gewinne einfahren gibts in Deutschland Verluste. Beide deutschen Grossbanken zusammen schicken erwa 18.000 Menschen heim oder besser sie reduzieren. Das schlechteste Bankwesen aller G7 Staaten wurstelt schlecht und recht vor sich hin. Die italienische Intesa hat in den letzten 6 Monaten 1.7 Milliarden Gewinn gemacht....das deutsche Wirtschaftsmodell kracht gerade zusammen, nur die Deutschen merkens noch nicht. Ist ja bald BTW....
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