SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

11. September 2013, 09:43 Uhr

Vorstandsumbau

Commerzbank-Manager fordern sieben Millionen Euro Abfindung

Zwei Vorstände sollen die Commerzbank verlassen - im Gegenzug verlangen sie laut "Welt" eine saftige Abfindung von sieben Millionen Euro. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat unterstützen das, Bank und Bund wollen deutlich weniger zahlen.

Frankfurt am Main - Der Commerzbank droht ein langwieriger Streit über den Umbau des Vorstands: Die beiden Manager, die das Geldhaus verlassen sollen, fordern insgesamt sieben Millionen Euro, berichtet die "Welt" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Vorstand und der Bund als Großaktionär wollen allerdings deutlich weniger zahlen. In Finanzkreisen wurden die Angaben bestätigt. Die Commerzbank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Aufsichtsrat hatte im August auf Drängen von Vorstandschef Martin Blessing beschlossen, den Vorstand von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Das sieht der Konzern als eine Konsequenz aus dem eingeleiteten Sparprogramm. Dem Vernehmen nach sollen Ulrich Sieber und Jochen Klösges gehen. Sie verantworten die interne Abwicklungseinheit, in der das Institut Geschäfte gebündelt hat, von denen es sich trennen will.

Laut Dienstvertrag stehen ihnen bei einer Abberufung zwei Jahresgehälter zu. Die beiden haben im vergangenen Jahr jeweils gut 1,2 Millionen Euro verdient. Blessing will laut Zeitung etwas mehr als zwei Millionen Euro pro Vorstand ausgeben. Die Bundesregierung dagegen drängt auf eine Zahlung von weniger als eine Million Euro. Laut "Welt" berufen sich die Manager darauf, dass sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen und deshalb Anspruch auf eine deutlich höhere Abfindung hätten.

Unterstützung von Arbeitnehmervertretern

Unterstützung bekommen die Vorstände laut Zeitung von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat. Sie teilten die Ansicht, dass kein wichtiger Grund zur Abberufung vorliegt. Der Schritt gilt juristisch als heikel, da den Vorständen keine Pflichtverletzung im Amt vorgeworfen wird.

Hinzu kommt, dass die Arbeitnehmer Sieber, der zusätzlich den Personalbereich verantwortet, schätzen und ihn deshalb nicht gehen lassen wollen. Vor allem sind sie dem Bericht zufolge nicht damit einverstanden, dass künftig Finanzvorstand Stephan Engels auch den Posten des Arbeitsdirektors ausführen soll.

cte/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung