Strafgebühr für Großkunden Commerzbank plant Minuszinsen

Mit der Commerzbank will erstmals ein großes deutsches Geldhaus Negativzinsen für Guthaben berechnen. Die Gebühren sollen nur für Firmenkunden gelten - und individuell verhandelbar sein.
Commerzbank-Filiale in Berlin: Privatkunden sollen verschont bleiben

Commerzbank-Filiale in Berlin: Privatkunden sollen verschont bleiben

Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

Berlin - Als die thüringische Skatbank Ende Oktober negative Zinsen für große Guthaben ankündigte, ließ sich das noch als Einzelfall aus der Provinz abtun. Nun aber zieht eines der größten deutschen Finanzinstitute nach: Die Commerzbank   behalte sich bei "einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern" vor, eine "Guthabengebühr" zu berechnen, zitiert das "Wall Street Journal Deutschland"  das Unternehmern. Die Strafzinsen könnten bereits ab Dezember erhoben werden.

Die Höhe der Gebühren soll individuell mit betroffenen Kunden ausgehandelt werden. Privatkunden sowie Geschäfts- und mittelständische Firmenkunden seien "grundsätzlich" nicht betroffen.

Dem Bericht zufolge gibt es auch bei der Deutschen Bank   Planungen für ähnliche Gebühren, über die bislang jedoch noch nicht entschieden worden sei. Asoka Wöhrmann, Anlagechef der Deutschen Bank, hatte kürzlich gesagt, Negativzinsen dürften angesichts der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) "bald keine Seltenheit mehr sein.

Die EZB verlangt seit Juni Strafgebühren von Banken, die kurzfristig Geld bei ihr parken. Durch diesen Schritt soll die Kreditvergabe in der Eurozone angekurbelt werden. Zugleich steigt aber die Gefahr, dass die Banken ihre Kosten weitergeben.

Nach Unternehmen könnten mittelfristig auch Privatkunden von den Gebühren betroffen sein. Die Commerzbank versicherte jedoch, Spar- und Tagesgeldkonten sollten nicht mit Minuszinsen belastet werden.

dab
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