Kahlschlag geplant Commerzbank streicht rund 10.000 Stellen – jede zweite Filiale muss schließen

Die Commerzbank reagiert auf die schwierige Lage mit einem drastischen Sparprogramm: Allein in Deutschland soll jeder dritte Arbeitsplatz abgebaut werden.
Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

Die Commerzbank will bis 2024 brutto rund 10.000 Vollzeitstellen abbauen. In Deutschland würde dies jeden dritten Arbeitsplatz betreffen, teilte der Frankfurter MDax-Konzern mit. Entsprechende Eckdaten der Sparpläne des Vorstands sollen am 3. Februar vom Aufsichtsrat erörtert werden.

Die – nach der Deutschen Bank – zweitgrößte deutsche Privatbank will zudem etwa jede zweite der 790 Filialen in Deutschland schließen, teilte das Institut am Donnerstag mit. Das Geschäft solle mehr digitalisiert werden und die Kosten in allen Bereichen »erheblich« sinken, so das Unternehmen.

Der harte Sparkurs hatte sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet. Die Führung des Unternehmens will damit das seit der Finanzkrise 2008/2009 teilverstaatlichte Institut endlich fit für die Zukunft machen. Bis zum Jahr 2024 sollen die Kosten im Vergleich 2020 um 1,4 Milliarden Euro verringert werden.

Konzernumbau war ins Stocken geraten

»Wir wollen uns auf die Stärken der Commerzbank konzentrieren und damit ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig sichern. Dafür werden wir mit aller Konsequenz Komplexität reduzieren und Kosten senken«, ließ der seit dem 1. Januar amtierende Vorstandschef Manfred Knof mitteilen. »Unsere Ziele sind sehr anspruchsvoll, aber wir werden alles Notwendige tun, um sie zu erreichen.«

Details der Strategie sowie die konkreten Maßnahmen und Ziele für die Jahre 2021 bis 2024 wird die Commerzbank, eine positive Entscheidung des Vorstands vorausgesetzt, im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 11. Februar 2021 umfassend erläutern.

Ähnlich radikale Sparpläne hatte schon der bisherige Vorstand unter Führung von Martin Zielke im vergangenen Jahr entworfen. Digitalisierung und Zinstief setzen die gesamte Branche unter Druck. Doch bei der Commerzbank geriet der Konzernumbau ins Stocken, weil Zielke nach Kritik von Investoren seinen Rücktritt erklärte und zudem die Spitze des Aufsichtsrates neu besetzt werden musste.

beb/dpa
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