Manipulationsvorwurf Commerzbank feuert zwei Devisenhändler

Der weltweite Devisenskandal erreicht die Commerzbank. Das Institut hat wegen mutmaßlicher Manipulation zwei Händler suspendiert.

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main: Tricksereien mit Euro und Zloty?
DPA

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main: Tricksereien mit Euro und Zloty?


Frankfurt am Main - Es geht um versuchte Tricksereien bei einer Transaktion im Januar: Die Commerzbank hat zwei Devisenhändler wegen eines Manipulationsversuchs entlassen. Sie sollen bei einem Geschäft mit Euro und polnischem Zloty Absprachen getroffen haben, sagte ein Konzernsprecher. Dies sei bei internen Kontrollen der Kommunikation der beiden Mitarbeiter aufgefallen.

Weder die Bank noch die Händler hätten davon profitiert. Einer der Mitarbeiter sei bereits im Februar freigestellt worden, der andere vor etwa zwei Wochen. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt", sagte ein Sprecher.

Genaue Details zu den Absprachen wollte er nicht nennen. Laut Insider-Informationen soll es sich bei den entlassenen Mitarbeitern um einen Händler in London und einen in Frankfurt am Main handeln, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

"Nicht beruhigend"

Weltweit laufen seit rund zwei Jahren Ermittlungen gegen Banken wegen Manipulationen auf dem Devisenmarkt. Die Deutsche Bank hat sich deshalb bereits von einigen Mitarbeitern getrennt.

Insgesamt mussten bereits mehr als 30 Banker weltweit wegen Verstrickungen in unsaubere Geschäfte ihren Arbeitsplatz räumen. Die Commerzbank Chart zeigen stand bislang nicht im Zentrum der Ermittlungen, anders als bei der Deutschen Bank Chart zeigen ist ihr Investmentbanking eher klein.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin stellt sich im Devisenskandal bereits auf eine lang andauernde Untersuchung ein. "Das, was wir sehen, ist nicht beruhigend", sagte der Leiter der Bankenaufsicht bei der Bafin, Raimund Röseler. "Es wurde versucht, die Preise zu manipulieren." Das betreffe mehrere Währungen, vor allem eher kleinere abseits der großen Leitwährungen.

Derzeit sehe die Behörde viele Einzelfälle. "Wir sehen aber noch nicht zwingende Muster dahinter, was irgendwie auf eine Organisation hindeuten würde." Bei den Banken gebe es laut Bafin eine "hohe Kooperationsbereitschaft" in diesem Fall. Allerdings berichtet die Finanzaufsicht auch, dass die Geldhäuser von einem angemessenen Geschäftsgebaren noch weit entfernt sind.

bos/dpa/Reuters

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