Commerzbank und Deutsche Bank Das selbst verschuldete Bankenbeben

Die beiden großen Institute Deutsche Bank und Commerzbank geraten massiv unter Druck. Schuld daran sind nicht nur die Niedrigzinsen, sondern vor allem gravierende Managementfehler.

Frankfurter Bankenviertel
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Wenn es ums Jammern geht, gehören die deutschen Banken immer noch zu den Größten. Kaum eine Woche vergeht, in der sie sich nicht über das "schwierige Umfeld" aus Niedrigzinsen und verschärfter Regulierung beklagen - und so die eigenen Misserfolge zu erklären versuchen.

Dabei dürfte spätestens seit dieser Woche klar sein, dass die beiden größten Institute des Landes - die Deutsche Bank Chart zeigen und die Commerzbank Chart zeigen - in einer dramatischen Krise stecken, deren Ursachen zum guten Teil hausgemacht sind.

Die Investoren scheinen gerade jegliches Vertrauen in die beiden deutschen Großbanken verloren zu haben. An der Börse hat die Commerzbank in den vergangenen zwölf Monaten gut 56 Prozent an Wert verloren. Bei der Deutschen Bank beträgt das Minus sogar 64 Prozent. Beide Institute gehörten beim jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA zu den zehn schlechtesten von insgesamt 51 Teilnehmern.

Natürlich hat das auch mit den Niedrigzinsen zu tun, die den Banken generell das Geldverdienen schwer machen. Und natürlich gibt es auch andere Banken, die Probleme haben, wie etwa die italienische Unicredit Chart zeigen oder die Credit Suisse Chart zeigen aus Zürich.

Doch die Schwäche der beiden einzigen großen deutschen Finanzinstitute ist erstens augenfällig und zweitens nicht allein durch widrige Umstände zu erklären. Es waren vor allem Managementfehler, die die Commerzbank und die Deutsche Bank dort hingebracht haben, wo sie heute stehen - oder besser gesagt: wo sie wanken.

Ein Vorbild kommt ausgerechnet aus Italien

Die Deutsche Bank etwa hat viel zu lange am Traum des früheren Konzernchefs Anshu Jain und des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner festgehalten, nach der Finanzkrise zu einer der weltweit führenden Investmentbanken aufzusteigen.

Dabei haben die Konzernoberen ignoriert, dass ein großer Teil der früheren Erfolge in diesem Bereich durch Praktiken zustande gekommen ist, die heute - gelinde gesagt - nicht mehr gerne gesehen werden. Nicht umsonst musste die Deutsche Bank seit 2012 fast 13 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten aufwenden, um die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Es hätte den Managern also dämmern können, dass es nicht einfach so weitergehen kann wie bisher.

Die Commerzbank dagegen beging ihren Grundfehler schon 2008, als sie mitten in der Finanzkrise die mit toxischen Papieren beladene Dresdner Bank übernahm. Unter den Folgen leidet sie noch heute. Auch die Entscheidung, groß in das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen einzusteigen, erwies sich als Irrweg. Beides waren Entscheidungen, die maßgeblich vom früheren Vorstandschef Klaus-Peter Müller verantwortet wurden, der immer noch an der Spitze des Aufsichtsrats steht.

Dass es nicht das Schicksal einer Bank sein muss, in Zeiten von Niedrigzinsen und schärferer Regulierung in die Existenzkrise zu rutschen, zeigen mehrere Beispiele, auch aus Europa. Das der Schweizer UBS etwa, oder das der niederländischen ING Chart zeigen, die im zweiten Quartal dieses Jahres rund 1,3 Milliarden Euro verdiente.

Und sogar die italienische Großbank Intesa Sanpaolo zeigt den deutschen Häusern, wie es geht: Sie gehörte nicht nur im Stresstest zu den besten Banken, sondern schaffte im zweiten Quartal trotz Wirtschaftskrise im Heimatmarkt immerhin noch einen Gewinn von gut 900 Millionen Euro. Das war rund 20 Mal so viel wie die Deutsche Bank.

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jerusalem 03.08.2016
1. das Führungspersonal
der Deutschen Bank war ja nach dem unsäglichen Tod von Hr. Herrhausen (einer der besten Banker der Welt nach H.J. Abs) nicht mit Fortune gesegnet. Wenn man bedenkt, was diese Bank damals an Industriebeteiligungen hatte und was dies heute Wert wäre, dann wird einem übel. Die Top-Manager, unter welcher Verantwortung dies stattfand, sind ja bestens bezahlt worden ...
Bakturs 03.08.2016
2. Egal...
Egal! Etwaige Verluste, Defizite und sogar Manager-Boni übernimmt Fr. Merkel aus unserem allgemeinem Steuertopf. Ich zahle als kleiner Bürger doch gern deren Boni und erfreue mich an der Deutschen Bank, welche das Fußvolk ihre Konten gekündigt hat, weil es mit denen im Tagesgeschäft nichts zu tun haben möchte.
kurt_der_wolf 03.08.2016
3. Deutsche Bank
Back to the roots "Private Banking" für reiche Zocker und "Retail Banking" für das Fußvolk. Weniger Filialen, mehr online Business, Stellen streichen und die Parkplatzgebühr an der Kö erhöhen. Dann sehe ich die Aktie bis Ende des Jahres wieder bei 25EUR!
stefan.martens.75 03.08.2016
4. Alle vergessen Ackermann
In meinen Augen ist der Mann die Grundlage allen übels bei diesem Institut.... Jain ist nichts weiter als der verlängerte Arm von Ackermanns Grundstrategie und Blickwinkel. Gewinn um jeden Preis und Größe um jeden Preis. Wenn sich solch eine Kultur des Aufstiegs durch kurzfristige Gewinne erstmal in einem Konzern durchgesetzt hat, ist der Schaden kaum messbar.... Jeder Depp weiß das Gewinne immer mit Risiko verbunden sind und wenn das eingehen von Risiken zur Erfolgstrategie wird, kennt das keine Grenzen mehr. Die Deutsche Bank wurde unter Ackermann zu einem Gewinnsyndikat, dass in wirklich jeden Skandal der letzten 15 Jahre an forderster Front verwickelt war.
tomxxx 03.08.2016
5. also ich weiss ja nicht...
aber wenn man nichst weiss, dann schreibt man Management-Fehler. Die komischen Praktiken werden doch bei anderen Banken international weiterhin gepflegt. Darum haben die auch ein Geschäftsmodell (Geld drucken), bei 0,1% Zins auf dem Sparbuch gibt es halt keine "GROß"Banken. Die juristische Vrsorge bei der deutschen Bank liegen doch daran, dass man es mit einer deutschen Firma machen kann, weil eine Frau Merkel, Herr Steinmeier oder Gabriel eben ihre Firmen nicht so verteidigen wie ein Herrr Hollande, Obama, Frau May, etc. Oder glaubt jemand, dass ein von deren Firmen wegen Abgasmanipulation so rangenommen wird wie VW? Dann gäbe es in USA keine Zulassungen für die Pick-Ups. Übernahme der Dresdner Bank? Ja, war das was? Wollte nicht die Politik in diesem Land unbedingt eine Pleite der Dresdner verhindern und hat jemanden gedrängt das zu übernehmen (das gab es früher auch zwischen Hypo- und Vereinsbank). Ich glaub das war eher ein Aufsichtsproblem!
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