Verdacht auf Geldwäsche US-Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Commerzbank

Der Commerzbank droht neuer Ärger in den USA. Das Geldhaus ist dort bereits wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen im Visier der Behörden. Nun kommen laut einem Bericht auch noch Geldwäscheermittlungen hinzu.
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Immer Ärger aus New York

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Immer Ärger aus New York

Foto: Michael Probst/ AP

New York - Die Commerzbank muss sich mit Geldwäschevorwürfen in den USA auseinandersetzen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben Staatsanwälte aus New York Untersuchungen eingeleitet. Deutschlands zweitgrößte Bank habe zu laxe Kontrollen gehabt, um Geldwäsche zu erkennen und zu verhindern, so der Vorwurf. Worum es genau gehe, sei unklar, so die Zeitung. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht zu dem Bericht äußern.

Laut "Wall Street Journal" könnten die Untersuchungen einen anderen Fall in den USA beeinflussen: Die Bank verhandelt seit Monaten mit US-Behörden über einen Vergleich zu mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen gegen Länder wie Iran und Sudan. Die Ermittlungen betreffen eine ganze Reihe europäischer Banken. Einige davon haben bereits hohe Summen gezahlt, um die Streitigkeiten beizulegen. Auch die Commerzbank stand laut Medienberichten kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen und war angeblich bereit, mehr als 600 Millionen Dollar zu zahlen.

Doch der Deal könnte nun platzen. Laut "Wall Street Journal" prüfen die US-Behörden, ob sie beide Fälle zusammenlegen. Die Verhandlungen würden dann länger dauern, und die Strafe könnte um einige Hundert Millionen Dollar höher ausfallen.

stk/Reuters