Konzernumbau Commerzbank will angeblich fast jede fünfte Stelle streichen

Deutschlands zweitgrößte Bank reagiert auf Niedrigzins und strengere Auflagen offenbar drastischer als erwartet: Einem Bericht zufolge sollen 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Filiale der Commerzbank in Frankfurt
REUTERS

Filiale der Commerzbank in Frankfurt


Die neue Strategie der Commerzbank soll laut einem Zeitungsbericht in den nächsten Jahren rund 9000 Arbeitsplätze kosten. Damit fiele fast jede fünfte der gut 50.000 Stellen bei Deutschlands zweitgrößter Bank weg, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Streichungen fielen damit drastischer aus als erwartet. Zunächst war von 5000 Stellen berichtet worden. Ob es auch betriebsbedingte Kündigungen gebe, sei unklar. Der Stellenabbau werde sich bis ins Jahr 2020 ziehen. Der Umbau werde bis zu eine Milliarde Euro kosten, die über mehrere Jahre verteilt würden, berichtete die Zeitung.

Auch die Anteilseigner der Commerzbank, allen voran der Bund, müssen dafür Verzicht leisten: Die Dividende für 2016 soll gestrichen werden.

Anfang August hatte die Commerzbank bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang rechne. Im vergangenen Jahr hatte die Bank ihren Gewinn auf 1,06 Milliarden Euro vervierfacht. Erstmals seit der Finanzkrise 2008 wurde wieder eine Dividende für die Aktionäre beschlossen. Die Bank hatte 20 Cent je Aktie gezahlt.

Die Commerzbank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Der neue Vorstandschef Martin Zielke will seine Pläne Finanzkreisen zufolge am Freitag öffentlich machen, der Aufsichtsrat soll am Mittwoch und Donnerstag über die Pläne beraten.

Das Konzept, das in den vergangenen Monaten mithilfe der Unternehmensberater von McKinsey erarbeitet wurde, war am Wochenende an die Mitglieder des Gremiums verschickt worden. Bereits vor einigen Wochen waren Teile der neuen Strategie durchgesickert.

Der seit Mai amtierende Vorstandschef Zielke arbeitet seit seinem Amtsantritt an einer neuen Strategie für die Bank, um den von den Folgen der Niedrigzinsen und der deutlich verschärften Auflagen der Aufseher ausgelösten Verfall der Gewinne zu stoppen. Unter Zielkes Amtsvorgänger als Vorstandschef, Martin Blessing, hatte die Commerzbank seit 2013 bereits rund 5000 Stellen abgebaut.

sun/Reuters/dpa-AFXP



insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
swissit 26.09.2016
1. Implosion des deutschen Models
die kleine verstaatlichte Coba streicht 9000 Stellen. Das deutsche Bankwesen ist lächerlich
spmc-12355639674612 26.09.2016
2. McKinsey
ich wundere mich, liebe Banker, dass ihr überhaupt noch Geld für solche Konzepte ausgebt, denn die Vorschläge von McKinsey sind doch sehr vorhersehbar. Was ihr von der Commerzbank viel eher braucht, ist eine deutliche Qualitätssteigerung in der IT-Abteilung für euer Online-Banking und die Kreditbearbeitung, sonst werdet ihr in spätestens zwei Jahren wieder über Stellenstreichungen reden.
Otis 26.09.2016
3. Mal ganz doof gefragt..
Erst hieß es: "Deutschlands zweitgrößte Bank reagiert auf Niedrigzins und strengere Auflagen offenbar drastischer als erwartet: Einem zufolge sollen 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Bericht zufolge sollen 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden. " Jetzt: "Deutschlands zweitgrößte Bank reagiert auf Niedrigzins und strengere Auflagen offenbar drastischer als erwartet: Einem Bericht zufolge sollen 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden. " Klar kann passieren. Diesmal auch schnell geändert. Aber WTF warum passiert das immer öfter ? Warum kommt es mir immer häufiger vor, als würden Artikel in der U-Bahn per Smartphone erstellt ? Dat olle 4-Augen-Prinzip würde ich wärmstens empfehlen !
devcom 26.09.2016
4. Die CoBa macht ihre Hausaufgaben
weil sie zum Teil dem Bund gehört und unter Beobachtung ist und ihre toxischen Papiere längst abgestossen hat. Sie wird die Deutsche Bank als wichtigstes Geldinstitut in D ablösen und in 5 Jahren wieder hoch profitabel sein.
einwerfer 26.09.2016
5. Bewundernswert
Bewundernswert ist die Fantasie mit der das Managment weltweit auf die Herausforderungen des Marktes reagiert: mal wird der Mitarbeiterstamm reduziert, mal werden Arbeitnehmer freigesetzt für neue Herausforderungen am Arbeitsmarkt und ein andermal gibt es eine Gesundschrumpfung des Personalkörpers. Die dadurch eintretende Verbesserung der Gewinnlage führt augenblicklich zur Belohnung des Managements in Form höherer Boni. Wirklich genial - wenn man zum Management gehört.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.