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16. September 2011, 11:00 Uhr

Computerhandel

Goldman Sachs schließt prominenten Hedgefonds

Goldman Sachs macht kurzen Prozess mit einem seiner bekanntesten Computerhandel-Hedgefonds: Die US-Bank hat den Fonds Global Alpha geschlossen - weil er zunehmend hohe Verluste einfuhr. Insider rechnen bereits mit einem Total-Aus der Sparte.

New York - Zuletzt hatte der einst so beliebte Global-Alpha-Fonds Goldman Sachs nur noch Ärger bereitet - jetzt ist er Geschichte: Die US-Investmentbank hat einen ihrer bekanntesten Computerhandel-Hedgefonds dichtgemacht. Das Geldhaus informierte die Investoren des rund 1,6 Milliarden schweren Fonds am Donnerstag von der Schließung. Der auf automatischem Handel basierende Hedgefonds hatte zuvor einen deutlichen Verlust verzeichnet.

Global Alpha galt als Kronjuwel unter den Hedgefonds von Goldman Sachs. Doch Eingeweihten zufolge büßte er im September 13 Prozent ein - deutlich mehr als vergleichbare Fonds. Auch früher hatte Global Alpha schon mehrere Tiefschläge erlitten: Fast auf den Tag genau vor vier Jahren hatte der Fonds zu Beginn der Finanzkrise mehr als 20 Prozent verloren und damit Anleger verschreckt. Zu seinen besten Zeiten hatte er ein Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Computerhandel hat in den vergangenen Jahren an den Börsen rapide zugelegt. In den USA gehen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Aktiengeschäfte auf den Hochfrequenzhandel zurück - in Deutschland sind es Schätzungen zufolge rund 40 Prozent.

Mit Goldman Sachs vertraute Kenner vermuten, dass die Schließung von Global Alpha ein Vorbote für den Ausstieg der Bank aus diesem Geschäftsbereich signalisiert.

yes/Reuters

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