Conrad Black Trump begnadigt Ex-Medienmogul

Einst war er der drittgrößte Zeitungsverleger der Welt, dann landete er wegen Unterschlagung hinter Gittern. Nun ist Conrad Black von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden - inklusive persönlicher Gratulation.

Conrad Black
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Conrad Black


Der frühere Medienmogul Conrad Black ist von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden. Das Weiße Haus teilte mit, der Oberste Gerichtshof habe Blacks Verurteilung wegen Betrugs und Justizbehinderung in fast allen Punkten gekippt.

In der Erklärung wurde der 74-Jährige, der ein Buch mit dem Titel "Donald J. Trump: Ein Präsident wie kein anderer" geschrieben hat, zudem als "Unternehmer und Wissenschaftler" gewürdigt, der einen "enormen Beitrag" in Wirtschaft und Politik geleistet habe.

In einem Beitrag für die von ihm gegründete kanadische Zeitung "National Post" berichtete Black, Trump haben ihm die Entscheidung persönlich am Telefon mitgeteilt. "Ist dort der großartige Lord Black?", lautete demnach Trumps Begrüßung. Der US-Präsident habe außerdem gesagt, dass er Black zwar schon lange kenne, dies sei aber ebenso wenig ein Grund für die Begnadigung wie "irgendeine der unterstützenden Dinge, die Sie über mich gesagt und geschrieben haben".

Der gebürtige Kanadier mit britischer Staatsbürgerschaft war 2007 zunächst zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit drei Mittätern gut 60 Millionen Dollar unterschlagen haben soll. Gegen das Urteil setzte sich Black zur Wehr. Der Oberste US-Gerichtshof gab ihm 2010 teilweise recht.

Der frühere Konzernmanager kam daraufhin gegen eine Kaution von zwei Millionen Dollar auf freien Fuß, während die Justiz seinen Fall erneut verhandelte. Ein Chicagoer Gericht verurteilte Black dann wegen geringerer Vorwürfe zu 42 Monaten Haft. Abzüglich der 29 Monate, die Black bereits im Gefängnis verbracht hatte, blieb eine Reststrafe von 13 Monaten.

Von dieser Reststrafe musste Black letztlich nur acht Monate absitzen. Im Mai 2012 wurde er wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen und nach Kanada abgeschoben

Black war einst der drittgrößte Zeitungsherausgeber der Welt. Zu seinem Imperium gehörten Zeitungen wie der Londoner "Daily Telegraph", die "Jerusalem Post" und die "Chicago Sun-Times". Der Medienmagnat umgab sich gern mit Politikern und Stars und pflegte einen aufwendigen Lebensstil.

dab/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
chaosimall 16.05.2019
1. Wovon, bitte, wurde er denn
nach diesem Beitrag begnadigt? Er wurde verurteilt, hat sich „gewehrt“, also vermutlich ein Rechtsmittel eingelegt, bekam teilweise recht, wurde erneut verurteilt zu einer geringeren Freiheitsstrafe, hat diese abgesessen und ist seit 2012 wieder in Freiheit.
zac.m 16.05.2019
2. Kein Wunder
Black und Trump gehören zum gleichen Schlag. Trump ist offensichtlich sehr einfach zu vereinnahmen, etwas Honig um den Mund schmieren und schon ist man großartig.
Kampfgeist 16.05.2019
3. Das abgrundtief Böse hat wieder zugeschlagen!
Verstehe den Artikel nicht. Der wurde verknackt. In zweiter Instanz waren die meisten Anklagepunkte weg, der Rest wurde abgesessen und seit mehr als sieben Jahren ist er in Freiheit. Wieso wurde er dann noch von Trump begnadigt? Der schwarze Lord??? Was geht denn hier ab? "Trump begnadigt den dunklen Lord!" Soll das Assoziationen wecken àla "Trump macht mit Voldemort gemeinsame Sache!" oder "Trump rettet Darth Vader!"?
denpohh-21 16.05.2019
4. Begnadigung
Aufgrund der Verurteilung dürfte Black nicht mehr ohne bürokratische Hürden in die USA einreisen. Durch die Begnadigung ist es ihm wesentlich einfacher geworden, dies zu tun. Wahrscheinlich gibt es für verurteilte noch weitere Hürden, weshalb ihn diese Begnadigung dienlich sein dürfte.
TipTopTap 16.05.2019
5. @ 1 & 3
Eine Begandigung kann auch nach einer verbüßten Strafe gegeben werden. In diesem Falle werden die Verurteilungen aus den amtlichen Dokumenten getilgt. In diesem Falle bedeutet dies, dass der Hr. Zeitungsverleger wieder in den USA aktiv werden darf. Ein Schelm, wer dahinter keine strategischen Absichten des POTUS sieht.
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