Containerschifffahrt Reeder-Riesen wollen zusammenarbeiten

Sie transportieren mehr als ein Drittel der Warencontainer über die Weltmeere: Die drei größten Containerschiff-Reedereien wollen enger zusammenarbeiten. Die angekündigte Allianz zeigt, wie tief die Krise ist, in der die Branche steckt.

Maersk-Schiff: Dänische Reederei will Allianz schließen
REUTERS

Maersk-Schiff: Dänische Reederei will Allianz schließen


Hamburg - Die drei weltweit größten Containerschiff-Betreiber schließen angesichts der Branchenflaute ein Bündnis. Die Containersparte der dänischen Reederei A.P. Moller-Maersk werde mit den zwei größten Rivalen MSC Mediterranean Shipping Company und CMA CGM zusammenarbeiten, teilte Moeller-Maersk mit.

Die drei Unternehmen verschiffen zusammen mehr als ein Drittel der weltweit zum Warentransport eingesetzten Container. Daher ist unklar, ob die Kartellbehörden die Allianz genehmigen werden. Unter kleineren Reedereien sind solche Kooperationen allerdings üblich.

Die Kooperation zeigt die Schwierigkeiten, in denen die Schifffahrtsbranche steckt. Die Unternehmen sind stark von der Weltkonjunktur abhängig und kämpfen zudem gegen Überkapazitäten. Allerdings übertreffen sich die Unternehmen noch immer gegenseitig mit dem Bau riesengroßer Schiffe.

Wenn die zuständigen Regulierungsbehörden zustimmen, will die Allianz mit dem Namen P3 ihre Geschäfte im zweiten Quartal 2014 aufnehmen. Zusammen wollen die drei Reedereien 255 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 2,6 Millionen Standardcontainern (TEU) betreiben und Linien von Asien nach Europa, über den Pazifik und über den Atlantik betreiben.

ade/Reuters/AP



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dapmr75 18.06.2013
1. Das kann wirklich nicht sein!
Zitat: "Die Kooperation zeigt die Schwierigkeiten, in denen die Schifffahrtsbranche steckt. Die Unternehmen sind stark von der Weltkonjunktur abhängig und kämpfen zudem gegen Überkapazitäten." Laut der mir aus den letzten Tagen vorliegenden SPON Informationen wird alles besser mit der Wirtschaft; ZEW steigt, Häusermarkt in den USA erholt sich, Zentralbanken sind auf gutem Weg etc. Wieso geht es da jetzt dem Welthandel und seinem wesentlichen Transportmittel schlecht?
schmidts-katze 18.06.2013
2. Doch, das kann sein
Hallo dapmr "Wieso geht es da jetzt dem Welthandel und seinem wesentlichen Transportmittel schlecht?" Weil man unter dem selbst gemachten Überangebot an leeren Schiffen leidet, die jeden Tag viel Geld kosten und nicht ausgelastet sind. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Man wartet, bis es einige Marktteilnehmer aus der Kurve gehauen hat und sich die anderen zu einem Kartell zusammengefunden haben, oder der Steuerzahler "hilft" auch bei diesem Fass ohne Boden. Natürlich nur ganz kurzfristig zur schnellen Überbrückung, ist ja klar. Eine deutsche Abwrackprämie für Schiffe würde mir als Steuerzahler bspw. sehr gut gefallen. Da haben wir doch alle was davon, oder nicht?
uezegei 18.06.2013
3.
Zitat von schmidts-katzeHallo dapmr "Wieso geht es da jetzt dem Welthandel und seinem wesentlichen Transportmittel schlecht?" Weil man unter dem selbst gemachten Überangebot an leeren Schiffen leidet, die jeden Tag viel Geld kosten und nicht ausgelastet sind. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Man wartet, bis es einige Marktteilnehmer aus der Kurve gehauen hat und sich die anderen zu einem Kartell zusammengefunden haben, oder der Steuerzahler "hilft" auch bei diesem Fass ohne Boden. Natürlich nur ganz kurzfristig zur schnellen Überbrückung, ist ja klar. Eine deutsche Abwrackprämie für Schiffe würde mir als Steuerzahler bspw. sehr gut gefallen. Da haben wir doch alle was davon, oder nicht?
Da gibt es Abhilfe: Containerschiff Mol Comfort nach schwerem Bruch im Rumpf gesunken (http://www.schiffsjournal.de/containerschiff-mol-comfort-nach-schwerem-bruch-im-rumpf-gesunken/)
Gordis 18.06.2013
4. Das Ende
Wenn das Eintritt, ist Hapag Lloyd am Ende:
janmodaal 18.06.2013
5. Too big to fail
Maersk + MSC + CMA CGM. So gross werden, dass auch wirklich der letzte kleinere Wettbewerber aus dem Markt gedrückt wird. Nach den Goldrausch – Jahren bis 2008 und eine kurze Weile nach 2010 steht der Weltcontainerschiffsflotte nun – zu recht - ein beinharter Gesundschrumpfungsprozess auf Normalniveau bevor. Gigantomie im Containerschiffsbau ist dabei zunächst zwar kein Widerspruch (Stückkosten, economies of scale) und schon gar kein Selbstzweck der Reeder / Geldgeber, höchstens ein imageträchtiger Nebeneffekt ("Ich hab' den Längsten"). Allerdings fallen Ablieferungstermine grosser Neubauten nun allesamt in die konjunkturelle Flautephase. Und solange noch 'zig weitere, relativ junge Containerschiffe in der Klasse ( 5.000 – 10.000 TEU) UNTER der der Megacarrier in Fahrt bleiben, werden sich kostendeckende Frachtraten mit der gegenwärtigen und mittelfristig zu erwartenden Weltkonjunktur nicht realisieren lassen. Ein Szenario, welches vor allem den zahlreich vorhandenen Containerschiffsreedern, -eignern und Geldgebern aus Germanien noch reichlich Kopfschmerzen bereiten wird. Eine Allianz von beispielsweise Hapag-Lloyd und Hamburg Süd wird da wohl nicht reichen, den Grossen die Stirn zu bieten. So mancher wird dabei noch den Löffel abgeben. Demnächst laufen wieder viele charter parties aus und wer weiss, ob sie erneuert werden. "Her mit der Abwrackprämie!" Viel Erfolg und weiterhin gute Reise!
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