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Mehr als 600.000 Menschen betroffen China weitet Lockdown um größte iPhone-Fabrik der Welt aus

Das Industriegebiet rund um die größte iPhone-Fabrik der Welt in China wird bis zum 9. November abgeriegelt. Die Behörden der Stadt Zhengzhou warnen, dass sie »entschlossen gegen Verstöße vorgehen« werden.
Coronatests in Zhengzhou (Bild vom 5. Januar 2022): Strikte Maßnahmen verhängt

Coronatests in Zhengzhou (Bild vom 5. Januar 2022): Strikte Maßnahmen verhängt

Foto: cnsphoto / REUTERS

Nach einem Coronaausbruch im größten iPhone-Werk der Welt im zentralchinesischen Zhengzhou haben Behörden das Gebiet rund um die Fabrik abgeriegelt. Menschen dürfen »ihre Wohnungen nicht verlassen – außer um Coronatests zu machen und medizinische Notfallbehandlungen in Anspruch zu nehmen«, erklärten Vertreter des Industriegebiets, in dem der taiwanische iPhone-Hersteller Foxconn ein Werk betreibt, am Mittwoch. Das Gebiet werde sieben Tage lang »statisch verwaltet« werden, hieß es weiter.

Die mehr als 600.000 Einwohner des Industriegebiets müssen sich täglich auf das Coronavirus testen, erklärte die örtliche Regierung und warnte, dass sie »entschlossen gegen (...) Verstöße vorgehen« werde.

In der Ankündigung wurde nicht erläutert, ob die Abschottung der Wirtschaftszone von Zhengzhou mit den Fällen in der Foxconn-Fabrik zusammenhängt. Es dürfe aber für eine Woche niemand ein- oder ausreisen, es sei denn, um Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter zu liefern.

Unabhängig davon meldete die Regierung, dass in den vergangenen 24 Stunden 64 bestätigte Coronafälle in Zhengzhou aufgetreten seien. Darüber hinaus wurden in der 12,5-Millionen-Stadt 294 asymptomatische Fälle festgestellt. Es wurde nicht gesagt, wie viele davon in der Industriezone auftraten.

Apple für Kommentar nicht zu erreichen

In dem betroffenen Gebiet befindet sich ein wichtiges Werk von Foxconn. Der Apple-Zulieferer produziert 70 Prozent aller iPhones weltweit. Die Ausweitung des Lockdowns könnte Auswirkungen auf die Produktion haben. Apple war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Foxconn zufolge arbeitet das Werk weiterhin in einem Pandemiemodus, in dem Beschäftigte auf dem Gelände übernachten und ihre Freizeit verbringen.

Vergangene Woche waren in chinesischen Onlinediensten jedoch Bilder aufgetaucht, die zeigten, wie Menschen aus dem Werk flohen, in dem Hunderttausende Arbeiter beschäftigt sind. Die Beschäftigten beschwerten sich demnach über die schlechten Arbeitsbedingungen und darüber, dass sie zu Fuß aus dem Werk fliehen mussten, um die Absperrungen zu umgehen.

Am Dienstag bot der iPhone-Hersteller seinen Angestellten Bonuszahlungen an, um sie zum Bleiben zu bewegen. Das Unternehmen erklärte im Netzwerk WeChat, pro Anwesenheitstag 400 Yuan (55 Euro) auszuzahlen.

In der Foxconn-Fabrik im zentralchinesischen Zhengzhou arbeiten mehr als 200.000 Menschen. Das taiwanische Unternehmen kündigte einen »langen Kampf« gegen das Coronavirus an, machte aber keine Angaben zur Zahl der infizierten und unter Quarantäne gestellten Mitarbeiter. Im Internet kursierten Gerüchte über mehrere Zehntausend Ansteckungen.

In China gilt noch immer eine sehr strenge Null-Covid-Politik. Lockdowns bis hin zu Betriebsschließungen wegen kleiner Coronaausbrüche belasten die Wirtschaft. Präsident Xi Jinping hatte dennoch vor Kurzem angekündigt, an der bisherigen Coronapolitik festhalten zu wollen. Zuletzt wurden nach offiziellen Zahlen den zweiten Tag in Folge landesweit mehr als 2000 neue Fälle gemeldet.

mmq/Reuters/AFP/AP