Corona-Pandemie Bahn gegen Strafen bei Verletzung von Maskenpflicht

Die Züge sind wieder gut gefüllt - dennoch will die Deutsche Bahn Maskenverweigerer nicht bestrafen. Man setze auf Einsicht und Kommunikation. Der Konzern plant trotz Coronakrise mit mehr Personal.
ICE am Frankfurter Hauptbahnhof: Die Deutsche Bahn setzt bei Maskenverweigerern auf "Einsicht und die Kommunikation unserer Zugbegleiter"

ICE am Frankfurter Hauptbahnhof: Die Deutsche Bahn setzt bei Maskenverweigerern auf "Einsicht und die Kommunikation unserer Zugbegleiter"

Foto: Arne Dedert/ dpa

In den ersten Wochen der Corona-Pandemie waren die Fernzüge der Deutschen Bahn nahezu leer. Das hat sich inzwischen stark geändert: In der Feriensaison sind viele Züge so voll, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Einige Verkehrsunternehmen drohen daher mit Bußgeldern, wenn gegen die Pflicht zum Maskentragen verstoßen wird. Die Deutsche Bahn will hingegen bei diesen Verstößen selbst keine Bußgelder verhängen.

"Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung", sagte Bahn-Chef Richard Lutz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man setze auf Einsicht und die Kommunikation der Zugbegleiter mit Maskenverweigerern. Wenn dies nicht wirke, hole die Bundespolizei im Fernverkehr uneinsichtige Fahrgäste am nächsten Bahnhof aus dem Zug. Das sei bislang aber nur sehr selten vorgekommen. Die Pflicht zum Tragen einer Maske in Zügen besteht in Deutschland seit Mai.

Die Coronakrise macht dem staatseigenen Konzern finanziell schwer zu schaffen - dennoch soll nicht am Personal gespart werden. Der Bahn-Chef erwartet bis 2024 weitere Corona-bedingte Umsatzausfälle von acht bis zehn Milliarden Euro. "Diese Lücke wird durch unseren eigenen Sparbeitrag und Hilfen vom Bund gestopft", sagte Lutz. Bei den Beschäftigten seien keine Gehaltskürzungen geplant.

Auch die laut Lutz "historisch einmalige Einstellungsoffensive" solle nicht abgebremst werden. Die Bahn habe die große Chance, als eine der ganz wenigen Konzerne sogar mit mehr Mitarbeitern aus dieser Jahrhundertkrise herauszukommen. 

fdi/Reuters