Markterholung Daimler rechnet trotz Corona wieder mit Gewinn wie 2019

Das dritte Quartal lief nach dem Corona-Einbruch für Daimler gut. Nun rechnet der Autokonzern auch für das gesamte Jahr wieder mit einem Ergebnis wie im Vorjahr.
Ein Mercedes-Stern wird im Daimler-Werk in Sindelfingen montiert: Ergebnis von 4,3 Milliarden Euro erwartet

Ein Mercedes-Stern wird im Daimler-Werk in Sindelfingen montiert: Ergebnis von 4,3 Milliarden Euro erwartet

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Matthias Schrader / AP

Ein V sucht man im Daimler-Logo vergebens, doch vielleicht sollte der Autokonzern über solch eine Ergänzung nachdenken. Denn ähnlich schnell wie das Geschäft im Frühjahr einbrach, erholt sich der Stuttgarter Autobauer wieder. Zwar werde es nicht mehr gelingen, die Absatzeinbußen infolge der Corona-Pandemie noch aufzuholen - und auch mit dem Umsatz werde man folglich deutlich hinter 2019 zurückbleiben, teilte der Stuttgarter Konzern mit.

Doch beim operativen Ergebnis soll auf das Jahr gerechnet immerhin das Vorjahresniveau von 4,3 Milliarden Euro erreicht werden. Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise überall unter den 2019er-Werten zu bleiben.

Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, hatte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin profitiert.

Besonders das inzwischen wieder kräftig angezogene Chinageschäft hat dieses Jahr das Geschäft vieler deutscher Autoproduzenten aufgefangen. Zugleich belastet aber der anhaltende Strukturwandel wie der Umstieg auf E-Mobilität Daimler.

Finanzvorstand Wilhelm: "Wir halten das Tempo weiter hoch"

"Mit diesem Schwung sind wir auf dem richtigen Weg, um unser Geschäft wetterfester zu machen", sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm. "Die Transformation von Daimler ist allerdings ein Langstreckenrennen. Wir halten das Tempo weiter hoch - fokussiert und mit hoher Disziplin."

Der Konzern gehe davon aus, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den wichtigsten Märkten weiter normalisierten und es vor allem zu keinen neuerlichen Rückschlägen infolge der Pandemie komme, hieß es.

Knapp 773.000 Autos, Lastwagen und Busse konnte Daimler im dritten Quartal verkaufen, das waren acht Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz um sieben Prozent unter dem des Vorjahresquartals.

Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro - das sind sogar 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ohne den sogenannten Abzug von Minderheiten lag das Konzernergebnis bei 2,16 Milliarden Euro. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro hatte Daimler schon vor einer Woche mitgeteilt.

apr/dpa
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