Französischer Hersteller EU kauft Totimpfstoff von Valneva – Aktienkurs steigt um 23 Prozent
Das Headquarter von Valneva nahe der französischen Stadt Nantes: Impftechnologie wie bei Grippeimpfungen (Symbolbild)
Foto:JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP
Die Europäische Union (EU) kann bis zu 60 Millionen Dosen eines möglichen Coronaimpfstoffs des französischen Unternehmens Valneva kaufen. Die EU-Kommission billigte formell einen Vertrag über 27 Millionen Dosen im kommenden Jahr. Weitere 33 Millionen Dosen können auf Wunsch 2023 gekauft werden, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Aktien des Konzerns machten nach der Nachricht einen heftigen Kurssprung. Zwischenzeitlich legte der Kurs um mehr als 23 Prozent zu.
Deutschland und den übrigen EU-Staaten stehen damit Bezugsrechte für den Impfstoff zu, sobald dieser eine Zulassung bekommt. Valneva rechnet eigenen Angaben nach damit, dass die Auslieferung im April 2022 beginnen kann. Voraussetzung sei die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Man erwarte, dass die Behörde in Kürze mit dem schnellen Prüfverfahren beginnen werde. Der Vertrag sieht nach Angaben der EU-Kommission auch vor, dass der Impfstoff an neue Varianten des Coronavirus angepasst werden kann.
Traditionelle Impfstofftechnologie
Der Impfstoff von Valneva ist laut EU-Kommission ein Impfstoff mit inaktivierten Viren. Es handele sich dabei »um eine klassische, seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie mit bewährten Verfahren und sehr hoher Sicherheit«, teilte die EU mit. Diese komme auch bei den meisten Grippeimpfungen und vielen Kinderkrankheiten zum Einsatz. Es sei der derzeit einzige Impfstoffkandidat gegen Covid-19 auf Basis inaktivierter Viren, der derzeit in Europa in klinischen Studien getestet werde.
»Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Alle, die dürfen, sollten sich impfen lassen«, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Schon jetzt hat die EU Verträge mit den Impfstoffherstellern AstraZeneca, Sanofi/GSK, Johnson & Johnson, Biontech/Pfizer, Curevac, Moderna und Novavax.