Corona-Fälle in NRW Fleischbetrieb in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen

Nach einem Bericht des SPIEGEL über mehr als 600 Corona-Infektionen in Schlachtereien zieht das Land Nordrhein-Westfalen Konsequenzen. Unter anderem muss ein Betrieb schließen.
In einem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld sind besonders viele Mitarbeiter infiziert

In einem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld sind besonders viele Mitarbeiter infiziert

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutterstock

Ein von besonders vielen Corona-Fällen betroffener Schlachtbetrieb in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in Düsseldorf mit. Die Maßnahme erfolgte nach einem Bericht des SPIEGEL über mehr als 600 Corona-Infektionen in deutschen Schlachtereien.

Als weitere Maßnahme sollen nach mehr als Hundert festgestellten Corona-Fällen unter den Arbeitnehmern in dem Betrieb im Münsterland die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Zudem sollen die Sammelunterkünfte auf Hygienemaßnahmen überprüft werden.

Auch die Unterkünfte von Erntehelfern sollen kontrolliert werden. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte, man werde sich die Unterbringung von Saisonarbeitnehmern "genauer ansehen".

Seit April dürfen ausländische Erntehelfer unter strengen Regeln in Deutschland arbeiten. So müssen sich in NRW die Unterkünfte auf dem Betriebsgelände der Landwirte befinden und dürfen bisher 14 Tage lang nur zur Hälfte belegt werden.

Das Coronavirus hatte sich in dem Coesfelder Betrieb der Firma Westfleisch ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag damaligen Angaben des Kreises zufolge erfasst worden. Von ihnen seien 13 ins Krankenhaus gekommen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist in Coesfeld der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0 Uhr) bei 52,7.

Bundesweit Infektionen in Schlachthäusern

Insbesondere müssten Mitarbeiter getestet werden, die mit einem Werkvertrag beschäftigt seien, hatte die Landesregierung mitgeteilt. Bei hygienischen Defiziten in den Unterkünften müssten Auflagen zur Nachbesserung erteilt werden.

Ein Westfleisch-Sprecher hatte am Donnerstagabend gesagt, die Krankheitsverläufe seien vergleichsweise mild. Alle Infizierten, die nicht im Krankenhaus liegen und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Am Werkstor werde kontaktlos Fieber gemessen, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den Behörden, sagte der Sprecher.

Auch in anderen Bundesländern gibt es Infektionen in Schlachthäusern. So waren in Schleswig-Holstein bis Donnerstag 109 Mitarbeiter des Schlachthofs in Bad Bramstedt positiv auf das neuartige Virus getestet worden. Das teilte der Kreis Segeberg mit. Der Infektionsschutz des Kreises Segeberg habe alle Mitarbeiter des Schlachthofs, die im Kreis leben, unabhängig vom Testergebnis unter Quarantäne gestellt, sagte Landrat Jan Peter Schröder.

brt/dpa-AFX
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