Neues Werk Biontech fährt Impfstoffproduktion in Marburg hoch

Der Mainzer Impfstoffhersteller hat mit der Herstellung in seiner Fabrik in Marburg begonnen. Bis das Werk seine volle Kapazität erreicht, könnte es aber noch dauern.
Neuer Biontech-Standort in Marburg

Neuer Biontech-Standort in Marburg

Foto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shutterstock

Langsam nimmt die Impfstoffproduktion in Deutschland Fahrt auf: Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat mit der Impfstoffproduktion in seiner neuen Produktionsstätte im hessischen Marburg begonnen. Dort werde nun zunächst der mRNA-Wirkstoff hergestellt, von dem eine einzelne Charge für die Produktion von acht Millionen Impfdosen reiche, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Mainz mit. Biontech hatte vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dazu erhalten.

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und seinem US-Partner Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden nach Unternehmensangaben voraussichtlich Anfang April ausgeliefert. Die hessischen Behörden hatten vor rund vier Wochen die Produktion in einem zuvor gekauften Werk in Marburg genehmigt.

Das Unternehmen rechnet mit einer Produktionskapazität von bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr. Allerdings wird es dauern, bis das Werk diese Leistung erreichen kann. Dann wäre es laut Firmenangaben eine der größten Produktionsstätten für mRNA-basierte Impfstoffe in Europa.

Aus sechs mach sieben Dosen

Unterdessen dürfen in Nordrhein-Westfalen laut einem Medienbericht ab sofort sieben statt sechs Impfdosen aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer gezogen werden. Die Anpassung gelte allerdings unter Einschränkungen, berichtete der »Kölner Stadt-Anzeiger«  in seiner Mittwochsausgabe unter Berufung auf das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium. Demnach darf der Impfstoff aus verschiedenen Ampullen nicht vermischt werden.

Zudem sei die siebte Dosis nur einzusetzen, sofern noch mindestens 0,3 Milliliter des Impfstoffs in der jeweiligen Ampulle übrig seien, heißt es in dem Bericht. Das Gesundheitsministerium begründete den Schritt damit, dass die Ampullen »aus technischen Gründen regelhaft überfüllt« würden. Dadurch sei es bei einem sorgfältigen Umgang möglich, eine siebte Dosis zu gewinnen.

beb/dpa