Börsengang Investoren zahlen über 200 Millionen Dollar für Curevac-Aktien

Alle wollen Curevac-Anteile: Nach dem Einstieg des Bundes bei den Tübinger Impfstoff-Forschern ist die Firma nun in New York an die Börse gegangen - unter großem Interesse der Investoren.
Curevac-Zentrale in Tübingen: Einer der Hoffnungsträger weltweit

Curevac-Zentrale in Tübingen: Einer der Hoffnungsträger weltweit

Foto: Thomas Kienzle / AFP

Das wegen seiner Forschungen zu einem Corona-Impfstoff bekannt gewordene Tübinger Biotechunternehmen Curevac kann im Zuge seines Börsengangs wie erhofft deutlich mehr als 200 Millionen Dollar von Investoren einsammeln. Die zunächst etwas mehr als 13,3 Millionen Aktien würden zu je 16 Dollar platziert, wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab. Weitere bis zu knapp zwei Millionen Papiere könnten die Zeichner der Aktien kurzfristig zusätzlich ordern. Insgesamt würden dem Unternehmen dann brutto rund 245 Millionen Dollar zufließen. Der Handel der Papiere wird an diesem Freitag an der US-Techbörse Nasdaq starten.

Rund 150 Millionen Dollar der Erlöse sollen in die Entwicklung des Corona-Impfstoffes fließen. Die übrigen 50 Millionen Dollar sollen laut Börsenprospekt dazu dienen, die kurzfristige Produktionskapazität auszubauen. Curevac ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit.

Der Hauptinvestor von Curevac, SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, wird nach dem Börsengang die Kontrolle behalten. Nach der Aktienplatzierung soll Hopps Firma Dievini, die bisher Mehrheitseigentümer war, knapp 50 Prozent der Anteile halten. Die staatliche Förderbank KfW kommt dann noch auf knapp 17 Prozent und der Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline auf gut acht Prozent.

In einer kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde hatte Curevac bereits rund 560 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Darunter war auch der Bund, der im Juni den Einstieg der KfW bei Curevac für 300 Millionen Euro mitgeteilt hatte. Ziel war demnach auch, im Rennen um einen Corona-Impfstoff eine mögliche Übernahme aus dem Ausland zu verhindern. Nach Angaben der Bundesregierung ging die Initiative von dem Unternehmen selbst aus. Als weitere Investoren traten etwa der Staatsfonds von Katar und GlaxoSmithKline in Erscheinung. Das britische Unternehmen zählt zu den führenden Impfstoff-Konzernen in Europa.

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Anfang März hatte US-Präsident Donald Trump den damaligen Curevac-Chef Dan Menichella und weitere Pharmavertreter ins Weiße Haus eingeladen, um sich über die Impfstoffsuche zu informieren. Kurz darauf gab es Wirbel um die baden-württembergische Firma: Medienberichten zufolge hatte Trump versucht, den Impfstoff exklusiv für sein Land zu sichern und dafür einen hohen Betrag geboten, was für Empörung sorgte. Hopp lehnte demnach jedoch sowohl einen Verkauf als auch eine Exklusivproduktion für Trump vehement ab. Danach stieg der Bund ein.

mik/dpa
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