Coronakrise Deutschland bekommt bis Ende Juni zehn Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson

Mitte April erhält Deutschland den ersten Coronaimpfstoff vom US-Pharmariesen Johnson & Johnson. Wie dem SPIEGEL bestätigt wurde, sollen im Mai 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni noch einmal 7,1 Millionen.
Impfstoff von Johnson & Johnson

Impfstoff von Johnson & Johnson

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Cheryl Gerber / AP

Die ersten Lieferungen des vierten zugelassenen Coronaimpfstoffs von Johnson & Johnson für Deutschland kommen Mitte April. In der Woche vom 12. April werden 256.800 Dosen erwartet, in der Woche vom 26. April weitere 444.000 Dosen. Das wurde dem SPIEGEL aus informierten Kreisen bestätigt. Zuerst hatte die »Bild«-Zeitung darüber berichtet.

Im Mai sollen 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni 7,1 Millionen, sodass im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen zusammenkommen. Im dritten Quartal werden demnach 22 Millionen Dosen erwartet, im vierten Quartal noch einmal 4,6 Millionen Dosen.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson war am 11. März in der Europäischen Union zugelassen worden. Bei dem Präparat reicht eine Spritze, eine zweite Impfung ist nicht nötig. Bereits in Deutschland eingesetzt werden die Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca.

Bis zu 400 Millionen Impfdosen für Afrika

Johnson & Johnson kündigte zudem die Lieferung von bis zu 400 Millionen Impfdosen in afrikanische Staaten an. »Niemand ist sicher, bevor nicht alle sicher sind, und wir setzen uns für einen gerechten, weltweiten Zugang zu Coronaimpfstoffen ein«, teilte Unternehmenschef Alex Gorsky mit.

Die ersten Lieferungen der Vakzinen sollen im dritten Quartal dieses Jahres eintreffen. Das Tochterunternehmen Janssen Pharmaceutica hat demnach mit dem African Vaccine Acquisition Trust (Avat) die Lieferung von insgesamt 220 Millionen Dosen vereinbart. Avat könne 180 Millionen weitere Dosen bestellen.

Nach Unternehmensangaben schützt die Vakzine von Johnson & Johnson auch gegen Mutanten des Coronavirus. Eine weltweite Studie mit fast 40.000 Teilnehmern hatte eine Wirksamkeit von 85,4 Prozent gegen schwere Verläufe gezeigt, die Wirksamkeit bei moderaten Verläufen lag bei gut 66 Prozent. Der Impfstoff muss im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten nicht so stark gekühlt werden, was Transport und Verteilung erleichtert.

ssu/dpa
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