Coronakrise Auch Onlinehandel klagt über sinkende Umsätze

Boomt das Onlineshopping, weil alle zu Hause sitzen? Der Bundesverband sieht das anders. Der Absatz von Kleidung und Elektronik sei eingebrochen - profitieren würden nur wenige Branchen.
Onlineshopping (Symbolbild): Der Bundesverband bevh sieht die Branche nicht pauschal als Krisengewinnerin

Onlineshopping (Symbolbild): Der Bundesverband bevh sieht die Branche nicht pauschal als Krisengewinnerin

Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind Menschen in Deutschland angehalten, zu Hause zu bleiben. Geschäfte haben geschlossen. Daraus abzuleiten, dass der Onlinehandel pauschal als Gewinner aus der Krise geht, sei jedoch "schlicht falsch", teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) mit . Ein Großteil der Onlinehändler leide massiv unter den Auswirkungen der Pandemie.

Insgesamt lagen die E-Commerce-Umsätze dem Verband zufolge im März um fast 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. "E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus", sagte bevh-Präsident Gero Furchheim.

Drastische Umsatzeinbrüche gab es nach der Umfrage des Verbandes im März vor allem im Onlinehandel mit Mode, Schuhen, Elektronikartikeln, Computern und Büchern. "Einzig die Kategorien, die auch im Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten zum Teil deutliche Zuwächse verzeichnen: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-Yourself- beziehungsweise Baumarktsortimente", teilte der Verband mit.

Minus 35 Prozent im Bekleidungssegment

Im Bekleidungssegment brachen die Umsätze demnach um mehr als 35 Prozent ein. Bei Unterhaltungselektronik lag das Minus bei über 20 Prozent. Computer und Zubehör verzeichneten trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang von gut 22 Prozent. Dramatische Verluste erlitten die Dienstleistungen im E-Commerce, die insbesondere von Onlinebuchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flugtickets geprägt sind. Sie setzten im März mehr als 75 Prozent weniger als im Vorjahr um.

Dagegen stieg die Nachfrage nach Medikamenten im Internet im März um mehr als 88 Prozent, und die Bestellungen von Lebensmitteln erhöhten sich um gut 55 Prozent. Bei Drogeriewaren lag das Plus bei knapp 30 Prozent.

Für die von der Corona-Pandemie gebeutelten Onlinehändler gebe es jedoch möglicherweise einen Hoffnungsschimmer, hieß es in der Mitteilung: In den letzten Märztagen, die bei der Befragung nicht mehr erfasst werden konnten, habe sich die Nachfrage im Onlinehandel belebt.

kko/dpa
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