Volkswagen Künftige Manager-Boni in Gefahr

Die Coronakrise trifft nicht nur VW-Werksarbeiter, sondern auch die weltweit 18.000 Manager. Frühere Bonusversprechen kann der Autohersteller künftig nach SPIEGEL-Informationen womöglich nicht mehr halten.
Foto: Sina Schuldt/ DPA

Im Frühjahr können die rund 18.000 Manager des VW-Konzerns noch einmal mit ordentlichen Bonuszahlungen rechnen. Die Rekordergebnisse des Autoherstellers im Jahr 2019 lassen die variable Vergütung steigen.

Die Boni für Managerinnen und Manager der Marken VW, Škoda und Porsche erhöhen sich um je zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Audi steigen sie um 13 Prozent, bei Bentley um 27 Prozent und bei Seat um 30 Prozent. Insgesamt erreicht die variable Vergütung für Spitzenkräfte unterhalb des Konzernvorstands in starken Jahren laut Insidern eine niedrige einstellige Milliardensumme.

DER SPIEGEL 13/2020
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Für 2019 ist VW an seine Zusagen gebunden, schließlich basieren die Boni auf starken Geschäftszahlen der Vergangenheit. Doch ob der Konzern seine großzügigen Versprechen auch in Zukunft noch halten kann, ist nach SPIEGEL-Informationen fraglich.

Problematisch für den Autohersteller ist eine Zusage, die er seinen Managern Ende des vergangenen Jahres gegeben hat: Demnach sollen die Führungskräfte bis 2022 auf Basis des Spitzenjahres 2019 vergütet werden. Für das laufende Jahr stünden ihnen laut der Regelung mindestens 100 Prozent der Gesamtvergütung von 2019 zu, in den Folgejahren 90 und 80 Prozent. Ziel dieser Gehaltsgarantie war, Schwankungen beim Übergang auf ein neues Vergütungssystem auszugleichen.

Seit die Corona-Pandemie ausgebrochen ist und VW seine Produktion in Europa weitgehend stillgelegt hat, haben sich die Vorzeichen jedoch geändert. Finanzvorstand Frank Witter hat diese Woche die Sicherung der Liquidität zur Priorität erklärt. Sollte sich die Krise weiter zuspitzen, sagt ein VW-Manager, müssten Bonuszusagen aus der Vergangenheit womöglich überprüft werden. Der Konzern äußerte sich dazu nicht.

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