Tourismus in der Coronakrise Staat will Reisebus-Unternehmer mit 170 Millionen Euro stützen

Mit einer Sternfahrt im Berliner Regierungsviertel machen Busunternehmer auf ihre prekäre Lage in der Coronakrise aufmerksam. Verkehrsminister Scheuer verspricht rasche Hilfe.
Reisebusse vor der Siegessäule

Reisebusse vor der Siegessäule

Foto: Christoph Soeder/ dpa

Monatelang durften Reisebus-Unternehmer zum Corona-Schutz keine Touristen befördern, viele von ihnen haben existentielle Sorgen. Nun sollen die Betreiber schon bald staatliche Hilfe erhalten. 170 Millionen Euro seien dafür noch in den geplanten Nachtragshaushalt eingestellt worden, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei einer Demonstration von Busunternehmern in Berlin.

Der Bundestag stimmt voraussichtlich übernächste Woche über den Haushalt ab, den Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittag vorgestellt hat. Die Betriebe sollten bereits im Juli auf das Geld zugreifen können, sagte Scheuer.

"In den letzten Wochen ist ihr Werkzeug, der Bus, stillgestanden", sagte der Scheuer am Brandenburger Tor. Die Kosten für die Neuanschaffungen der vergangenen Jahre seien aber weitergelaufen. Die Vorhaltekosten müssten abgegolten werden. "Deswegen haben ich heute früh das Go bekommen von der Kanzlerin und dem Vizekanzler." Nach Ministeriumsangaben erhalten die Betriebe auf Antrag einen Zuschuss.

1000 Busse bei Demo im Berliner Stadtverkehr

Mit einer Sternfahrt  von rund 1000 Reisebussen hatte die Branche zuvor im Berliner Regierungsviertel auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Dazu aufgerufen hatten der Internationale Bustouristik Verband RDA, die Gütegemeinschaft Buskomfort und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer.

Drei Monate nach Beginn der Kontakt- und Reisebeschränkungen stecken viele Reisebusbetriebe in der Krise. Durchschnittlich liegt der Gesamtschaden je Unternehmen bei gut einer halben Million Euro, wie eine Branchenumfrage ergab, aus der die Deutsche Presseagentur zitiert. Jeder zweiter Anbieter fürchtet demnach das Aus. Weggebrochen seien in der Corona-Krise vor allem Busreisen, Klassen- und Vereinsfahrten sowie Fahrten zu Konzerten.

apr/dpa
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