Coronakrise Continental-Umsatz bricht um fast 40 Prozent ein

Im zweiten Quartal macht der Automobilzulieferer Continental 636 Millionen Euro Verlust. Die Aktie gewinnt trotzdem an Wert.
Zentrale des Automobilzulieferers Continental in Hannover

Zentrale des Automobilzulieferers Continental in Hannover

Foto: Axel Heimken/ AP

Der Umsatz vom Autozulieferer Continental ist im zweiten Quartal um fast 40 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro eingebrochen. Der Grund dafür sind die Produktionspausen vieler Autobauer als Folge der Corona-Pandemie. Der um Sondereffekte bereinigte Bruttoverlust liegt vorläufigen Zahlen zufolge bei 636 Millionen Euro, teilte der Konzern mit.

Allerdings haben vom Unternehmen befragte Analysten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Der Wert der Aktie stieg daher trotz der Verlustmeldung um vier Prozent. Continental-Chef Elmar Degenhart hatte zuvor auf der Hauptversammlung gesagt, er ginge auch im dritten Quartal von deutlich sinkenden Erlösen aus. Zudem kündigte Degenhart einen verschärften Sparkurs und Kostensenkungen im dreistelligen Millionenvolumen bis 2022 an.

Conti will Krise ohne Staatshilfen überstehen

Im Zuge der Coronakrise hatte der Konzern aus Hannover seine Finanzpuffer mit neuen Anleihen und Krediten um mehr als fünf Milliarden Euro aufgestockt, um ohne Staatshilfen auszukommen. "Conti steht finanziell und bilanziell besser als der Durchschnitt der Autozulieferer da", schrieb die Analysegesellschaft Independent Research.

Dass die Verluste geringer ausfallen als befürchtet, ist auch der Reifensparte zu verdanken. Sie erwirtschaftete mit 36 Millionen Euro sogar einen knappen Gewinn und begrenzte den Umsatzrückgang damit auf ein Drittel. Am schlechtesten lief es in der Autozuliefersparte. Hier summierte sich der operative Verlust auf 463 Millionen Euro, bei einem Einbruch des Umsatzes um 46 Prozent.

bah/Reuters