Coronakrise Daimler macht Milliardenverlust

Der Umsatz schrumpfte um fast ein Drittel, der Verlust lag bei zwei Milliarden Euro: Der Autobauer Daimler hat die Corona-Pandemie im zweiten Quartal voll zu spüren bekommen.
Mitarbeiter in Daimler-Werk Bad Cannstatt: Umsatz bricht fast um ein Drittel ein

Mitarbeiter in Daimler-Werk Bad Cannstatt: Umsatz bricht fast um ein Drittel ein

Foto: Andreas Gebert / REUTERS

Die Coronakrise stürzt den Autobauer Daimler tief in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal lag der Verlust bei rund zwei Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Er war damit sogar noch deutlich größer als vor einem Jahr, als Daimler wegen milliardenschwerer Rückstellungen für die Dieselaffäre und Airbag-Rückrufen vorübergehend in die Verlustzone rutschte. Auch der Umsatz ging deutlich um 29 Prozent auf 30,2 Milliarden Euro zurück.

Infolge des Stillstands in vielen Werken und Autohäusern hatte die Stammmarke Mercedes-Benz im zweiten Quartal mit insgesamt 457.711 Autos weltweit 20,2 Prozent weniger Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Konzernweit - also über alle Marken hinweg - schrumpfte der Absatz um 34 Prozent auf rund 541.800 Pkw und Nutzfahrzeuge. Das lag vor allem an den Märkten in Europa und Nordamerika. In China ist Mercedes hingegen bereits wieder auf Wachstumskurs und erzielte nach dem Ende des Lockdowns im wichtigsten Automarkt der Welt ein Auslieferungsplus von fast 22 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Daimler trotz der Coronakrise mit einem operativen Überschuss. Im Tagesgeschäft sollte ein Gewinn übrig bleiben, falls sich die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr fortsetzt und es nicht zu einer erneuten größeren Covid-19-Infektionswelle in den wichtigen Absatzmärkten kommt, teilte der Konzern mit.

Erste Zahlen zum zweiten Quartal hatte Daimler schon vor einer Woche veröffentlicht, weil sie trotz des Milliardenverlusts besser aussahen, als allgemein befürchtet worden war. Dass der Corona-bedingte Absatzrückgang bis zum Ende des Jahres noch aufgeholt werden kann, glaubt der Konzern allerdings nicht. Deshalb müssten die Effizienz- und Kapazitätsmaßnahmen intensiviert werden, hieß es - was nichts anderes bedeutet als einen abermals verschärften Sparkurs.

Personalvorstand Wilfried Porth hatte vor knapp zwei Wochen gesagt, dass mehr als die bisher bekannten 1,4 Milliarden Euro im Personalbereich eingespart und auch mehr als die bisher kolportierten 15.000 Stellen gestrichen werden müssten. Zuletzt war von zwei Milliarden Euro und bis zu 20.000 Stellen die Rede, offiziell hat Daimler aber noch keine Zahlen genannt. Auch der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen steht zur Disposition, was für viel Unruhe in der Belegschaft sorgt.

fdi/dpa-AFX
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