Umsatzlücke wegen Coronakrise Gerry Weber streicht 200 weitere Jobs

Der schon vor der Coronakrise angeschlagene Modehersteller Gerry Weber will sich mit dem Abbau weiterer 200 Jobs aus der Schieflage bringen. Das soll den Umsatzausfall wegen geschlossener Läden kompensieren.
Filiale von Gerry Weber: das Insolvenzverfahren gerade erst beendet

Filiale von Gerry Weber: das Insolvenzverfahren gerade erst beendet

Foto: Violetta Kuhn/ picture alliance / dpa

Die angeschlagene Modekette Gerry Weber wird wegen Absatzproblemen mehr als 200 weitere der zuletzt noch rund 3000 Arbeitsplätze abbauen. "Leider ist der Schritt unabdingbar, wenn wir die verbleibenden Arbeitsplätze erhalten wollen", sagte Gerry-Weber-Chef Alexander Gedat. Die vorübergehende Schließung nahezu aller Verkaufsflächen des Unternehmens im Zuge der Corona-Pandemie habe bei Gerry Weber zu einem Umsatzausfall von deutlich mehr als 100 Millionen Euro geführt.

Der seit Langem mit wirtschaftlichen Problemen kämpfende Modehersteller hatte erst zum Jahreswechsel das im April vergangenen Jahres eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen. Im Zuge der Sanierungsbemühungen waren nicht nur mehr als hundert Filialen geschlossen, sondern auch bereits rund 1000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Doch reichten die damals eingeleiteten Maßnahmen angesichts der Corona-Pandemie offenbar nicht aus.

"Reduzierung der Belegschaft die mit Abstand bitterste" Maßnahme

Das Unternehmen habe deshalb in den vergangenen Wochen mit Hochdruck ein neues Zukunftskonzept erarbeitet. "Im Kontext aller Maßnahmen, die wir aktuell ergreifen, um Gerry Weber zu retten, ist die erneute Reduzierung der Belegschaft die mit Abstand bitterste, und es fällt uns unglaublich schwer, diesen Schritt zu gehen", sagte Gedat. Doch verlange das Konzept auch von allen anderen Beteiligten schmerzhafte Beiträge zur Bewältigung der Krise.

So seien mit Geschäftspartnern und Lieferanten Verträge neu verhandelt worden, mit dem Ziel, die Liquidität des Unternehmens zu sichern.

Darüber hinaus hätten die Eigentümer von Gerry Weber, die Finanzinvestoren Robus, Whitebox und J.P. Morgan, zugesagt, erhebliche finanzielle Beiträge zur Sicherstellung des Betriebs zu leisten. Ein Großteil der Insolvenzgläubiger soll außerdem einen Teil seiner Forderungen stunden. Der Konzern hofft, mit dem neuen Zukunftskonzept seine Restrukturierung erfolgreich fortsetzen zu können.

kig/dpa