Coronakrise Koalition beschließt Milliardenhilfen für Bahn und Nahverkehr

Fünf Milliarden Euro Eigenkapital: So viel will der Bund der Deutschen Bahn zuschießen, damit diese durch die Coronakrise kommt. Auch für den Nahverkehr sind hohe Summen vorgesehen.
Zug der Deutschen Bahn in Frankfurt

Zug der Deutschen Bahn in Frankfurt

Foto: Ralph Orlowski/ REUTERS

Der Bund will der Deutschen Bahn wegen der Einnahmeausfälle in der Coronakrise mit Milliarden helfen. Darauf einigten sich die Spitzen der schwarz-roten Koalition, wie aus einem Beschlusspapier hervorgeht. Demnach will der Bund der Deutschen Bahn weiteres Eigenkapital in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Geplant sind außerdem Hilfen von 2,5 Milliarden Euro für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).

Die Bahn hatte seit März den größten Teil des Fahrplans aufrechterhalten, um eine Grundversorgung zu gewähren. Die Fahrgastzahlen sind jedoch um bis zu 90 Prozent eingebrochen - und damit die Einnahmen. Der Bund bezifferte den Corona-Schaden beim größten Staatskonzern auf 11 Milliarden bis 13,5 Milliarden Euro.

Der Bund hatte bereits in Aussicht gestellt, das Eigenkapital zu erhöhen. Die Bahn selbst will im Gegenzug in den nächsten Jahren bis zu 5,1 Milliarden Euro einsparen, davon zwei Milliarden Euro beim Personal. Einen Stellenabbau oder ein Ende der vielen Neueinstellungen soll es nicht geben.

Mobilfunkempfang verbessern

Um den Mobilfunkempfang entlang der Schienenwege zu verbessern, sollen Eisenbahnverkehrsunternehmen 150 Millionen Euro bekommen. In Zügen ist der Handyempfang oft noch schlecht.

Beim ÖPNV will die Koalition die Regionalisierungsmittel in diesem Jahr einmalig erhöhen. ÖPNV-Unternehmen haben wegen der Coronakrise einen Einbruch der Fahrgastzahlen verzeichnet und Milliardenverluste gemacht. Regionalisierungsmittel sind Gelder, die der Bund den Bundesländern jährlich zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zur Verfügung stellt.

kko/dpa
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