Coronakrise Lufthansa einigt sich mit Piloten auf Sparpaket

Die Piloten bei der Lufthansa verzichten auf Geld - und sind zumindest bis Frühjahr vor Kündigungen sicher. Darauf haben sich Konzern und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit geeinigt.
Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Piloten vor betriebsbedingten Kündigungen verschont - erst einmal

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Piloten vor betriebsbedingten Kündigungen verschont - erst einmal

Foto: Kai Pfaffenbach / REUTERS

Nach den Flugbegleitern hat sich die Lufthansa nun auch mit ihren Piloten von der Vereinigung Cockpit (VC) auf einen kurzfristigen Krisenplan geeinigt. Betriebsbedingte Kündigungen seien damit frühestens im zweiten Quartal des kommenden Jahres möglich, teilte das Unternehmen mit.

Im Gegenzug verzichten die Piloten auf Geld. Konkret reduziert die Lufthansa ihre Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld und Zuschüsse zu den Betriebsrenten. Auch wird eine bereits vereinbarte Tariferhöhung auf das kommende Jahr verschoben.

Mit dem Abschluss verschaffen sich die Tarifparteien Luft für weitere Verhandlungen zur langfristigen Bewältigung der Coronakrise. In einem umfassenden Krisenpaket könnten die Kosten des Personalüberhangs beispielsweise durch eine entsprechende Arbeitszeit- und Gehaltsabsenkung für den Zeitraum der Krise kompensiert werden, teilte die Lufthansa mit.

Entsprechende Verhandlungen zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen waren in den vergangenen Wochen ohne Ergebnis geblieben. Innerhalb der Pilotengewerkschaft VC hatte es Konflikte zwischen der Tarifkommission, dem Vorstand und Piloten anderer Lufthansa-Konzerngesellschaften gegeben, die erst mithilfe einer Mediation beigelegt worden waren.

Lufthansa mit weltweit rund 138.000 Beschäftigten hat nach dem Einbruch infolge der Corona-Pandemie den weltweiten Personalüberhang auf rund 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte.

Für die Flugbegleiter hat deren Gewerkschaft UFO Eckpunkte einer Spar-Vereinbarung unterschrieben, deren Volumen rund 2600 Stellen entsprechen soll. Die Gespräche zum Bodenpersonal mit der Gewerkschaft Ver.di hat Lufthansa hingegen abgebrochen, weil ihr die angebotenen Sparmaßnahmen nicht ausreichend erschienen.

fdi/dpa
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