Coronakrise Metallindustrie erwartet Kurzarbeit für 2,2 Millionen Menschen

Wegen der Coronakrise ist die deutsche Metallindustrie derzeit geringer ausgelastet als am Tiefpunkt der Finanzkrise 2009. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet deshalb mit noch mehr Kurzarbeitern.
Auszubildende im Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie in Remscheid, Nordrhein-Westfalen

Auszubildende im Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie in Remscheid, Nordrhein-Westfalen

Foto: Rupert Oberhäuser/ imago images

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet wegen der Coronakrise bis Ende April rund 2,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, in einer Telefon-Pressekonferenz. Derzeit seien bereits etwa 1,2 Millionen der insgesamt vier Millionen Branchenbeschäftigten in Kurzarbeit. Dabei sei die Arbeitszeit im Durchschnitt um zwei Drittel verringert worden. "Das zeigt die Dramatik der Situation", sagte Zander.

Die Einschränkungen für die Unternehmen wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie seien "ein starker Einschlag" für die Branche. Nach einer Umfrage vom 2. bis 7. April, an der 1431 Unternehmen teilnahmen, haben sieben Prozent ihre Produktion ganz geschlossen und ebenfalls sieben Prozent hätten bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen liege derzeit bei 65 Prozent. Am Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 seien es 66,6 Prozent gewesen. "Wir wissen nicht, ob es noch weiter heruntergeht", fügte Zander hinzu.

rai/dpa