Corona-Schutz Stadt Verl richtet Quarantänezone ein

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hat die Stadt Verl drei Straßen unter Quarantäne gestellt, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma leben. 670 Menschen sind betroffen, auch wenn sie nicht in dem Schlachthof arbeiten.
Polizisten vor der Corona-Quarantänezone in Verl

Polizisten vor der Corona-Quarantänezone in Verl

Foto: Alexander Koerner/ Getty Images

Nachdem in der Fleischfabrik Tönnies mehr als 1000 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, zieht die Stadt Verl im Landkreis Gütersloh Konsequenzen: Im Stadtteil Sürenheide wurden mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma untergebracht sind, unter Quarantäne gestellt.

Wie die Stadt mitteilte , wurde am Nachmittag der gesamte Bereich abgeriegelt. In den Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen. Auch wer nicht zu den Tönnies-Beschäftigten gehört, ist von der Quarantäne betroffen.

"Uns ist bewusst, dass wir mit der generellen Quarantäne tief in das Leben der dort lebenden Menschen eingreifen, auch wenn sie ganz woanders arbeiten und außer der Nachbarschaft keine Berührungspunkte mit der Firma Tönnies haben", sagte Bürgermeister Michael Esken. "Aber wir müssen alles tun, um die weitere Verbreitung des Virus so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu ist die strikte Einhaltung der Quarantäne unerlässlich", sagte er.

Tests bei allen Bewohnern der Quarantänezone

Nach Angaben der Polizei Bielefeld wurde der Bereich zunächst durch Einsatzkräfte abgeriegelt. Gleichzeitig hätten Mitarbeiter der Stadt damit begonnen, Bauzäune aufzustellen. Nach Angaben der Stadt wurden allein am Zollhausweg, einem der drei Straßenzüge, 78 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Am Sonntag will das Kreisgesundheitsamt bei allen Bewohnern der Zone, bei denen noch kein Test durchgeführt wurde, einen Rachenabstrich nehmen.

Das Deutsche Rote Kreuz stellt für die ersten beiden Tage Lunchpakete und Getränke zur Verfügung. "Für Familien mit kleinen Kindern werden, falls erforderlich, auch Hygieneartikel wie zum Beispiel Windeln bereitgestellt", hieß es. Für die weiteren Tage wird ein Versorgungszentrum mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den täglichen Bedarf innerhalb des Quarantänebereichs eingerichtet. Auch für die Tönnies-Mitarbeiter werde Verpflegung bereitgehalten, teilte das Rote Kreuz mit: "Das ist zwar Aufgabe der Firma Tönnies, die das auch zugesagt hat. Aber falls das nicht reibungslos laufen sollte, können wir einspringen."

Auch weitere Unterkünfte von Tönnies-Mitarbeitern im Stadtgebiet sollen in unregelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um die Einhaltung der Quarantäne-Anordnungen zu überprüfen. Bei Verstößen könne ein Bereitschaftsdienst unverzüglich ordnungsrechtliche Bescheide veranlassen.

kfr/dpa
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