Parfümerie mit Drogerieangebot Douglas will sich doch an Lockdown halten

Mehrere Filialen der Parfümeriekette Douglas sollten trotz Lockdown geöffnet bleiben, man sei ja schließlich Drogerie. Firmenchefin Müller bittet nun um Entschuldigung und will den Lockdown doch nicht unterlaufen.
Douglas-Filiale in Frankfurt (Symbolbild): »Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet haben«

Douglas-Filiale in Frankfurt (Symbolbild): »Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet haben«

Foto: Ralph Peters / imago images/Ralph Peters

Douglas hatte die derzeit schärferen Corona-Maßnahmen für sich zuletzt zumindest sehr vorteilhaft ausgelegt. Weil überwiegend Drogerieartikel verkauft würden, wollte die Parfümeriekette knapp ein Viertel der Filialen offen halten. Die Kritik daran war heftig, nun hat Firmenchefin Tina Müller einen Rückzieher gemacht.

»Für viele war die Entscheidung, einige Filialen mit Drogeriesortimenten offen zu halten, nicht nachvollziehbar«, schreibt Müller auf Twitter. Ab heute blieben daher alle deutschen Filialen bis auf Weiteres geschlossen. »Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben.«

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Die Gewerkschaft Ver.di in Hessen hatte zuvor von einem »anrüchigen Unterlaufen des Lockdowns« gesprochen. Die Parfümerie deklariere sich über Nacht zur Drogerie um. »Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig«, sagte der Fachbereichsleiter Handel bei Ver.di Hessen, Bernhard Schiederig.

Auch andere Händler nutzen Lockdown-Lücken

Am Mittwoch hatte Douglas die Öffnungen noch verteidigt. In den Filialen biete das Unternehmen schließlich Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants oder Make-up an. »Diese dürfen laut Beschluss ausdrücklich weiter verkauft werden«, sagte eine Sprecherin. »Der Begriff Drogerie selbst ist rechtlich nicht spezifiziert.« Es habe sich zudem nur um einen kleinen Teil der Filialen gehandelt.

Warum Douglas seine Haltung nun genau ändert, ist nicht bekannt. Klar ist: Das Unternehmen ist längst nicht die einzige Handelskette, die versucht, trotz Lockdown zumindest einen Teil des Geschäfts am Laufen zu halten. Wo die Verordnungen es zulassen, nutzen beispielsweise Baumärkte, Buchläden oder Elektronikmärkte ihre eigentlich geschlossenen Läden als Abholstellen für online oder telefonisch bestellte Waren.

apr
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