Umweg über Wien So kreativ gehen Deutsche aus Südafrika mit dem Beförderungsverbot um

Für Reisende aus Südafrika gilt wegen einer Corona-Mutation ein Beförderungsverbot. Bei der staatlich gestützten Lufthansa half das Schwesterunternehmen Austrian Airlines, sie trotzdem zu fliegen.
Lufthansa-Maschine (Symbolbild): Passagiere einfach auf anderes Drehkreuz umgebucht

Lufthansa-Maschine (Symbolbild): Passagiere einfach auf anderes Drehkreuz umgebucht

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CHRISTOF STACHE/ AFP

Das Beförderungsverbot für Nonstop-Reisende aus Südafrika führt ausgerechnet bei der staatlich gestützten Lufthansa zu bizarren Konsequenzen. Ein Direktflug von Kapstadt nach Frankfurt musste gestern zwar leer nach Deutschland zurückkehren. Das bedeutete aber nicht, dass die darauf gebuchten Passagiere ihre Feiertage nicht in der Heimat verbringen können.

Ein Großteil der Gäste wurde einfach auf das Schwesterunternehmen Austrian Airlines umgebucht und reiste zunächst nach Wien, wo es bislang keine Beschränkungen gibt. Von dort aus schlugen sie sich an ihren Zielort in Deutschland durch.

Die Bundesregierung hat das Beförderungsverbot erlassen, um eine Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus zu verhindern. Es gilt für Reisende aus GroßbritannienNordirland und Südafrika. Züge, Flugzeuge, Schiffe und Busse dürfen demnach nicht länger Personen aus den drei Ländern nach Deutschland bringen.

Mit Zwischenstopp zum Fest nach Hause

Es gibt Ausnahmen, unter anderem für Frachttransporte oder für Flüge von medizinischem Personal. Erst ab 1. Januar dürfen der Regelung zufolge jedoch wieder deutsche Staatsbürger und Personen, die ihren Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland haben, befördert werden.

Mit diesen Regeln sind einige Fluggäste nun zumindest kreativ umgegangen. Sie nutzten beispielsweise auch Verbindungen von Kapstadt oder Johannesburg ins namibische Windhoek – und gelangten von dort aus mit der Lufthansa-Tochter Eurowings nach Frankfurt. Für Namibia gilt der von der Bundesregierung verhängte Bann nicht. Bei der Rückkehr ist nicht einmal ein Test oder eine vorübergehende Quarantäne nötig.

Viele Südafrika-Touristen wählen auch Routen mit einer der Fluggesellschaften von der Arabischen Halbinsel wie Ethihad, Emirates oder Qatar, um auf Umwegen rechtzeitig zum Weihnachtsfest in der Heimat zu sein. Der von der Politik beabsichtigte Infektionsschutz wird so ad absurdum geführt. Gleichzeitig entgehen der Lufthansa selbst Einnahmen, die sie dringend für die Rückzahlung der Staatskredite braucht.

did/apr
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