"Zahl geht gegen null" Firmen streichen Weihnachtsfeiern während Corona

Kaum ein Unternehmen plant derzeit eine Weihnachtsfeier, zu groß ist die Angst vor einem Corona-Hotspot. Die Veranstaltungsbranche klagt über riesige Verluste - und bietet Onlineevents an.
Weihnachtsmann im Homeoffice: 2020 ohne Feiern

Weihnachtsmann im Homeoffice: 2020 ohne Feiern

Foto: Malte Christians/ dpa

Knapp drei Monate vor Weihnachten rechnet die deutsche Veranstaltungsbranche angesichts der Corona-Pandemie mit massiven Einbußen im Weihnachtsgeschäft. "In diesem Jahr geht die Zahl der Weihnachtsfeiern in den meisten Unternehmen gegen null", sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO), Bernd Fritzges, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der Verband vertritt rund 600 Veranstaltungsplaner aus großen und mittelständischen Unternehmen.

Die meisten Firmen würden sich in der Regel schon im Frühjahr oder Sommer Gedanken über ihre Weihnachtsfeier machen. "Der Ausbruch der Pandemie ist also in die Hauptplanungszeit gefallen", sagte Fritzges. Wo Feiern trotzdem gebucht wurden, liefen nun meist Gespräche über Stornierungen oder Umbuchungen.

Das beobachtet auch der Caterer-Verband LECA. Die Nachfrage für Weihnachtsfeiern sei fast nicht vorhanden, sagte ein Sprecher. Rund 90 Prozent der Buchungen seien bei den Verbandsmitgliedern bereits storniert, die Auswirkungen für die Branche seien dramatisch. Üblicherweise mache das Jahresendgeschäft 5 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes aus.

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Plätzchen backen über Zoom

"Viele Firmen trauen sich in der aktuellen Lage einfach nicht zu buchen", sagte Eventvermittler Nils Hirschfeld. Die ungewisse Entwicklung der Pandemie halte viele Unternehmen zurück. Außerdem sei die Sorge zu spüren, eine Weihnachtsfeier könnte sich zu einem möglichen Corona-Hotspot entwickeln. "Dieses Risiko wollen viele Arbeitgeber, viele Mittelständler mit 200 Beschäftigten und mehr nicht eingehen", sagte Hirschfeld.

Nachgefragt würden stattdessen etwa mobile Outdoor-Weihnachtsmärkte, die auf den Firmengeländen aufgebaut werden. "Da ist dann ausreichend Platz zwischen den Buden, und die Menschen kommen sich etwa beim Glühweintrinken nicht zu nah", sagte Hirschfeld. Darüber hinaus seien von Anbietern zuletzt auch Konzepte für Onlinefeiern erarbeitet worden. Mitarbeiter träfen sich dabei vor dem Bildschirm, etwa um online gemeinsam Escape-Games zu spielen oder Plätzchen zu backen.

rai/dpa