Corona-Rezession USA melden stärksten Einbruch der Bautätigkeit seit 1959

Die Coronakrise beendet den jahrelangen amerikanischen Bauboom: Im April wurden knapp ein Drittel weniger Baustellen eröffnet als im März. Insbesondere Mehrfamilienhäuser sind betroffen.
US-Flagge an einem Kran auf einer Baustelle in Los Angeles: die Zahl der Wohnungsbaubeginne fällt drastisch

US-Flagge an einem Kran auf einer Baustelle in Los Angeles: die Zahl der Wohnungsbaubeginne fällt drastisch

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Ringo Chiu/ZUMA Wire/ DPA

Die Bautätigkeit in den USA ist im April wegen der Coronakrise massiv eingebrochen. Die Zahl der Wohnungsbaubeginne fiel im Monatsvergleich um 30 Prozent, teilte das US-Handelsministerium mit. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1959. Volkswirte hatten im Mittel mit einem Rückgang um 26 Prozent gerechnet.

Die Zurückhaltung war besonders beim Bau von Mehrfamilienhäusern groß. Bereits im März war die Zahl der neu begonnenen Bauprojekte auf 1,23 Millionen gefallen, nun ging die Zahl nochmals auf 900.000 zurück.

Auch die Zahl der Baugenehmigungen brach ein, wenn auch nicht ganz so stark wie die Baubeginne. Die Genehmigungen sanken um 20,8 Prozent. Analysten hatten im Mittel ein Minus von 25,9 Prozent erwartet.

Deutsche Baubranche leidet ebenfalls

Auch in Deutschland hat die Coronakrise den Bauboom abrupt beendet. Jüngst hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mitgeteilt, dass die gesamten Erlöse der Branche nominal nur das Niveau von 2019 erreichen dürften, trotz vergleichsweise guter Umsätze im Januar und Februar.

"Angesichts der zunehmenden Meldungen über Auftragsstornierungen, ausbleibende Ausschreibungen und Behinderung der Bautätigkeit wird ein Umsatzplus zunehmend unrealistisch", sagte HDB-Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel. Im Dezember hatte die Branche noch ein Wachstum von 5,5 Prozent vorausgesagt.

"Fast 60 Prozent der von uns befragten Mitglieder sind von Corona-bedingten Einschränkungen betroffen", sagte Babiel und sprach von Baustellenschließungen, einem hohen Krankenstand und Mehrkosten aufgrund eines höheren Organisationsaufwands.

hej/dpa-AFX