Pharmakonzern Roche liefert Corona-Antikörpertest im Mai aus

Der Pharmakonzern Roche verspricht, noch in diesem Monat erste Corona-Antikörpertests in Deutschland verfügbar zu machen. Außerdem investiert Roche Hunderte Millionen in seinen Standort in Bayern.
Roche-Zentrale in Basel: "Neue wichtige Wegmarke"

Roche-Zentrale in Basel: "Neue wichtige Wegmarke"

Foto: Arnd Wiegmann/ REUTERS

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche will einen neuen Test auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus noch im Mai an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausliefern. Das vereinbarten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Unternehmen nach Angaben des Ministers.

"Der neue Test ist eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus", sagte Spahn. Drei Millionen Tests sollten noch im Mai ausgeliefert werden, für die dann kommenden Monate seien je fünf Millionen Tests zur Auslieferung nach Deutschland vereinbart.

"Antikörpertests helfen uns zu wissen, wer eine Corona-Infektion schon durchgemacht hat. So gewinnen wir Erkenntnisse über das tatsächliche Ausbruchsgeschehen", sagte Spahn. Sobald gesicherte Erkenntnisse über eine mögliche Immunität nach durchgemachter Infektion vorlägen, würden die Tests noch größere Bedeutung gewinnen.

Wie zuverlässig Antikörper-Testverfahren derzeit sind, ist jedoch umstritten. Auch ist noch nicht einwandfrei nachgewiesen, ob nach einer Covid-19-Erkrankung tatsächlich Immunität besteht. Die WHO hat deshalb jüngst vor sogenannten Immunitätspässen gewarnt

Hunderte Millionen Euro für den Standort Penzberg

Roche hat nach eigenen Angaben eine Notfallgenehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Test bekommen. Diese ist einem Sprecher zufolge für alle Länder gültig, die die CE-Kennzeichnung für Produkte akzeptieren. Das seien unter anderem alle Länder innerhalb der Europäischen Union.

Der Test hat Unternehmensangaben zufolge eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 99,8 Prozent. Erstere gibt den Prozentsatz der Betroffenen an, bei denen die Infektion tatsächlich erkannt wird. Letztere sagt aus, wie viele Gesunde von dem Test auch tatsächlich als gesund erkannt werden. Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, sprach von einem völlig "neuen Qualitätsniveau".

DER SPIEGEL

Um die Produktionskapazitäten für den neuen Antikörpertest auszubauen, will Roche seine biochemischen Anlagen im bayerischen Penzberg für rund 170 Millionen Euro ausbauen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach in einer Pressekonferenz sogar von 400 Millionen Euro.

kko/dpa