Corona-Schließungen Umsatz im Gastgewerbe bricht um die Hälfte ein

Im März mussten Hotels, Kneipen und Restaurants wegen der Corona-Pandemie schließen. Die wirtschaftlichen Folgen für sie sind enorm, wie nun auch amtliche Zahlen belegen.
Café in Dresden: Einschränkungen werden erst seit Mitte Mai gelockert

Café in Dresden: Einschränkungen werden erst seit Mitte Mai gelockert

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Hoteliers und Gastwirte in Deutschland haben im März wegen der Corona-Beschränkungen fast die Hälfte ihres Umsatzes eingebüßt. Der drastische Rückgang in dieser Größenordnung zeigt sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes  sowohl beim Vergleich zum Februar 2020 als auch zum Vorjahresmonat.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatte die Politik ab dem 18. März Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Ab dem 22. März waren Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices geschlossen. Erst seit Mitte Mai werden die Einschränkungen nach und nach wieder gelockert.

In allen Zweigen des Gastgewerbes entsprach dies den größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Im Vergleich zum März 2019 brachen die Erlöse nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch real um 45,4 Prozent ein, im Vergleich zum Februar 2020 fiel der Umsatz preisbereinigt um 44,6 Prozent.

Perspektive für Bars fehlt

Die Gastronomen verlangen von der Politik daher einen Rettungsfonds für ihre Branche - und eine Aussetzung einer Erhöhung des Mindestlohns. "Die hohen Fixkosten laufen weiter, die Situation ist dramatisch", hatte die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Ingrid Hartges, gefordert. Denn auch in der Phase des Wiederhochfahrens fehle es verbreitet noch an Umsätzen - wegen weniger Gästen, Abstandsbeschränkungen in den Lokalen und Kosten für Sicherheitseinrichtungen.

In einem Punkt ist die Große Koalition der Branche bereits entgegengekommen: mit einer Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie. Auf Speisen in Restaurants und Cafés sollen vorübergehend nur noch 7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen. Das soll der Branche helfen, sich vom Corona-Lockdown zu erholen - wenn sie dann wieder für Besucher öffnen darf. Gelten soll die Steuerreduzierung ab Juli für ein Jahr und nur für Speisen, nicht für Getränke.

Während Restaurants verbreitet und unter Auflagen wieder öffnen dürfen, fehlt es für Bars und Klubs bislang jedoch an einer vergleichbaren Perspektive.

apr/dpa
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