Corona-Erkennung Wirtschaftsweise unterstützt Testpflicht in Firmen

Eine freiwillige Lösung haben viele Firmen verbockt, jetzt bereitet das Bundesarbeitsministerium eine Testpflicht für Unternehmen vor – und bekommt dafür viel Zuspruch.
Corona-Schnelltest (negativ)

Corona-Schnelltest (negativ)

Foto: Fabian Strauch / dpa

Nach der Ankündigung einer bundesweiten Coronavirus-Testpflicht für Betriebe gibt es viel Zustimmung für Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Ökonomin Veronika Grimm befürwortet eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, ihre Beschäftigten auf Corona zu testen.

»Das ist eine Herausforderung, bei der der Gesetzgeber tätig werden muss. Auch, weil nicht zu erwarten ist, dass flächendeckende Tests auf freiwilliger Basis mit ausreichender Konsequenz umgesetzt werden können«, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung den Zeitungen, die zum »Redaktionsnetzwerk Deutschland« gehören.

Zwar sei eine Testpflicht mit zusätzlichen Kosten für die Wirtschaft verbunden. »Aber die Infektionszahlen nicht verlässlich zu senken und niedrig zu halten, ist weitaus teurer.« Grimm regte aber an: Gegebenenfalls könne es »Zuschüsse für Unternehmen geben, die die Tests nicht aus eigener Kraft stemmen können.«

Von den Bundestagsparteien setzen sich SPD, Grüne und Linke für eine Testpflicht für Unternehmen ein. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigte an, er wolle die Testpflicht für Betriebe bereits am Dienstag im Kabinett durchsetzen.

Ein Test pro Woche ist zu wenig

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hält eine Selbstverpflichtung für unzureichend. »Es ist schlicht nicht verständlich, weshalb sich Menschen im Privatbereich seit gut einem Jahr bis hin zu ihren Grundrechten einschränken, aber die Regeln für die Arbeitgeber nach wie vor butterweich sind«, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dass sich die Arbeitgeber gegen verpflichtende Auflagen wehrten, sei nicht vertrauensbildend.

Auch der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) hält eine Testpflicht in den Unternehmen für notwendig. »Ein Angebot von einem Test in der Woche in den Betrieben wird nicht ausreichen, um auch nur im Ansatz die Infektionsketten in den Betrieben zu unterbrechen und den R-Wert dort zu senken«, sagte Lauterbach der »Funke Mediengruppe«.

beb/Reuters
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